Steven Walton: Liebe

Ich lade euch nun ein, mit mir zusammen, die Bibel im 20. Kapitel des 2. Buches Mose aufzuschlagen. Wir lesen zusammen die Verse 1-17, um einen Überblick der Zehn Gebote zu bekommen. Achtet genau auf dieses Wort, denn dies sind die Worte Gottes:

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Martin Luther: Mit den Geboten im Gebet

Martin Luther in seinem Büchlein: „Eine einfältige Weise zu beten, für einen guten Freund“, aus dem Jahre 1535, berichtet einem engen Bekannten wie er selbst betet und gibt ihm Ratschläge.


Lieber Meister Peter, ich geb’s euch so gut, wie ich’s habe und wie ich selber mich beim Beten (ver)halte. Unser Gott geb es euch und jedermann, es besser zu machen. Amen.

Erstens, wenn ich fühle, dass ich durch fremde Geschäfte oder Gedanken kalt und unlustig zu beten geworden bin, wie denn das Fleisch und der Teufel allezeit das Gebet wehren und hindern, so nehme ich mein Psälterlein, laufe in die Kammer, oder, wenn es der Tag und die Zeit ist, in die Kirche zur Gemeinde und fange an, die zehn Gebote, das Glaubensbekenntnis und, je nachdem ich Zeit habe, etliche Sprüche, des Paulus oder (der) Psalmen mündlich für mich selbst zu sprechen, ganz wie es die Kinder tun.

Darum ist’s gut, dass man frühmorgens das Gebet das erste und des Abends das letzte Werk sein lasse, und sich mit Fleiß vor diesen falschen, betrügerischen Gedanken hüte, die da sagen: Warte ein wenig, in einer Stunde will ich beten, ich muss dies oder das zuvor fertig machen. Denn mit solchen Gedanken kommt man vom Gebet in die Geschäfte, die halten und umfangen einen dann, dass aus dem Gebet den Tag über nichts wird.

[…] Wenn ich aber Zeit und Raum habe außer dem Vaterunser, mache ich es mit den zehn Geboten auch so und hole ein Stück nach dem andern, damit ich ja ganz frei werde (soweit es möglich ist) zum Gebet. Und ich mache aus einem jeglichen Gebot ein vierfaches oder ein vierfach gedrehtes Kränzlein, so nämlich: Ich nehme jedes Gebot zum ersten als eine Lehre an, wie es denn an sich ist, und denke, was unser Herr Gott darin so ernstlich von mir fordert. Zum zweiten mache ich eine Danksagung daraus, zum dritten eine Beichte, zum vierten ein Gebet, nämlich so oder mit dergleichen Gedanken und Worten:

Das erste Gebot:

Ich bin der Herr, dein Gott .. Du sollst keine andern Götter haben neben mir…

Hier bedenke ich erstens, dass Gott von mir fordert und mich lehrt herzliche Zuversicht zu ihm in allen Sachen, und dass es sein hoher Ernst ist, dass er mein Gott sein wolle, dass ich ihn dafür halten solle bei Verlust der ewigen Seligkeit, und dass mein Herz sonst auf nichts bauen noch trauen solle, es sei Gut, Ehre, Weisheit, Gewalt, Heiligkeit oder irgendeine Kreatur.

Zum zweiten danke ich seiner grundlosen Barmherzigkeit, dass er sich so väterlich zu mir verlorenem Menschen herunterneigt und sich mir selbst ungebeten, ungesucht, unverdient anbietet, mein Gott zu sein, sich meiner anzunehmen und (dass er) in allen Nöten mein Trost, Schutz, Hilfe und Stärke sein will. Wir armen, blinden Menschen haben doch sonst so mancherlei Götter gesucht und müssten sie noch suchen, wenn er sich selbst nicht so öffentlich hören ließe und sich uns in unserer menschlichen Sprache anböte, dass er unser Gott sein wolle. Wer kann ihm dafür immer und ewig genug danken?

Zum dritten beichte und bekenne ich meine große Sünde und Undankbarkeit, dass ich solche schöne Lehre und hohe Gabe durch mein ganzes Leben so schändlich verachtet und mit unzähligen Abgöttereien seinen Zorn so gräulich gereizt habe, das ist mir leid und ich bitte um Gnade.

Zum vierten bitte ich und spreche: Ach mein Gott und Herr, hilf mir durch deine Gnade, dass ich dies dein Gebot täglich besser lernen und verstehen und mit herzlicher Zuversicht danach tun möge. Behüte ja mein Herz, dass ich nicht mehr so vergessen und undankbar werde, keine anderen Götter noch Trost auf Erden noch in allen Kreaturen suche, sondern allein rein und fein an dir, meinem einzigen Gotte bleibe. Amen, lieber Herr, Gott Vater, Amen.


Danach (wenn ich will oder Zeit habe) das zweite Gebot auch so zum vierfachen Kränzlein gedreht, nämlich so:

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Martin Luther: Von der Gerechtigkeit

Eine Predigt von Martin Luther über die Gerechtigkeit vor Gott.

Ein kleiner Auszug:

Wer nun aus dem Wort Christi den Bericht hat, und glaubt, daß solche Sünden ihm vergeben sind, der ist gerecht: nicht seinethalben, denn Sünden hat er; sondern der Gnade halben, daß solche Sünden durch den Glauben an Christus vergeben sind. Darum spricht Petrus in der Apostelgeschichte Kapitel 15,9.: Gott reinige die Herzen durch den Glauben. Dies Reinigen aber geht nicht so zu, daß wir keine bösen Gedanken noch Lust mehr im Herzen fühlen; welches wird nicht ihr Herr geschehen, bis wir begraben, und zum anderen und ewigen Leben auferstehen werden; da wird das Herz wahrhaftig gereinigt sein. Hier aber geht solches im Wort und Glauben, daß Gott die Sünde um Christus willen nicht zurechnen noch strafen, sondern vergeben und nachlassen will. Doch dazu folgt die Frucht des Glaubens, daß wir durch die Hilfe des Heiligen Geistes anfangen, fromm zu sein und Gott seinen Gehorsam zu leisten; aber, wie gemeldet, es ist ein unvollkommener Gehorsam, darum muß die Vergebung der Sünde sein.

Das fünfte Gebote, wie ihr wißt, heißt also: Du sollst nicht töten. Der dachten die Pharisäer, wenn sie mit der Hand nicht totschlügen, so hätten sie diesem Gebot genug getan, es hätte keine Not, niemand könnte sie höher treiben. Aber Christus spannt es ihnen höher und spricht: Nein, Geselle, es hat eine andere Meinung. Wenn das fünfte Gebot also hieße: Deiner Hand soll nicht töten; so hätte dem Gebot genug getan, will er mit der Hand nicht tötet. Aber es lautet also: Du sollst nicht töten, das ist: dein Herz, dein Mund, deine fünf Sinnen und alles, was du hast und an dir ist, daß soll deinem Nächsten nicht schädlich sein. Du sollst nicht allein den Körper totschlagen, sondern auch alles das lassen, was zum Tod dient.

Daraus ist klar, daß der Herr daß Wort “ töten “ nicht so eng spannt, daß es allein hieße, das Leben ihnen und ein Aas machen; sondern es begreift alles das Tun, aus welchem der Tod folgen müßte. Als, wenn du jemand feind bist, und gönnst ihn nicht einen Bissen Brot, wie der reiche Mann dem armen Lazarus; da müßte ein solcher Mensch deinetwegen Sterben und verderben. Du würgst ist ihn mit der Faust nicht, und bist doch ein Mörder, nach dem Spruch: Gibst du deinem Bruder nicht zu essen, so hast du ihn erwürgt. Und 1 Johannes 3,15. “ Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Todschläger, und ihr wisset, daß ein Totschläger hat nicht das ewige Leben bei ihm bleibend „; Ursache, wo Haß ist, da fehlt nur die Gelegenheit, daß der Totschlag leicht folgen kann. Darum wer dies Gebot halten will, der muß nicht allein die Hand an sich halten, sondern das Herz soll auch ohne allen Zorn sein: daß man nicht einen so sauren Blick sehen, nicht ein hartes Wort fahren lasse, auch gegen die, da alle Welt sagen muß, sie haben alles Unglück um uns verdient.

Wer sich nun also in den zehn Geboten übte, meinst du nicht, er würde nicht jede Stunde Ursache haben, seine Sünde zu beichten, zu beten und sich im Glauben und Wort zu üben? Denn das Beichten muß sein, wenn der Zorn oder andere Lüste uns angreifen, daß wir es nicht leugnen noch entschuldigen, sondern Gott bekennen und ihm von ganzem Herzen beichten, daß wir Unrecht getan haben. Da muß danach das Beten auch folgen, daß Gott solches uns nicht zurechnen soll, sondern vergeben, und uns, um Christus willen, durch seinen Heiligen Geist frömmer machen. Auf solches Gebet soll der Glaube folgen, daß wir nicht zweifeln, es sei uns durch Christus diese und andere Sünde vergeben.

Die ganze Predigt:

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