Steven Lawson: Gottes Zorn verkündigen

Der Reformator Johannes Calvin sagte einmal, „Predigen ist die öffentliche Auslegung der Schrift durch Männer die von Gott gesandt sind, worin Gott selbst anwesend in Gericht und Gnade ist.“ Treuer Dienst an der Kanzel verlangt es beides, das Gericht und die Gnade zu verkünden. Das Wort Gottes ist scharf, ein zweischneidiges Schwert, es erweicht und härtet, tröstet und betrübt, rettet und verdammt.

Die Verkündung von Gottes Zorn dient als samtweicher, schwarzer Hintergrund, welches den Diamanten von Gottes Gnade noch heller scheinen lässt als zehntausend Sonnen. Der heilige Zorn ist eine dunkle Leinwand, die den Glanz seiner errettenden Gnade vollkommen zum Ausdruck bringt. Das Predigen von Gottes Zorn zeigt uns auf hervorragende Weise wie Barmherzig und Gütig Er gegenüber Sünder ist.

Wie Trompeter stehend auf einer Burgmauer vor Bedrohungen warnt, so müssen Prediger den ganzen Ratschluss Gottes verkünden. Wer an der Kanzel steht, muss die ganze Wahrheit in den Schriften verkünden, was beides, den souveränen Zorn und die großartige Liebe beinhaltet. Sie können sich nicht rauspicken was sie predigen möchten. Der Zorn Gottes muss angesprochen werden, es ist nicht optional – es ist ein göttlicher Auftrag.

Tragischerweise fehlt heutzutage in zu vielen Kanzeln die Verkündigung von Gottes bevorstehenden Zorn. Prediger rechtfertigen den Zorn Gottes oder verlieren nicht mal ein Wort darüber. Sie behaupten, um die Liebe Gottes zu verstärken, müssen wir seinen Zorn verharmlosen. Doch wenn wir den Zorn Gottes weglassen, vernebeln wir nur seine erstaunliche Liebe. Auf eigenartige Weise ist es unbarmherzig die heilige Vergeltung zurückzuhalten.

Wieso ist es notwendig den heiligen Zorn zu verkünden? Erstens: Die Heiligkeit Gottes verlangt es. Ein wesentlicher Teil Seiner moralischen Vollkommenheit ist Sein Hass der Sünde. A. W. Pink behauptet, „Der Zorn Gottes ist seine Heiligkeit, die durch praktizieren der Sünde (der Menschen), aufgeheizt wurde.“ Gott ist ein „verzehrendes Feuer“ (Heb. 12:29), Er ist „täglich Zornig“ auf Gottlose (Ps 7:11-12) Gott „hasst Gottlosigkeit“ (Ps 45:7-8) und zürnt mit allen, die seinem perfekten Wesen widersprechen. Somit wird Er alle Sünder am Tag des Gerichts „vertilgen“ (Ps 5:7).

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