Sinclair Ferguson: Wie Sünde abgetötet wird

Die Nachwirkung eines Gesprächs kann die Weise ändern, wie wir über dessen Wichtigkeit denken.

Mein Freund – ein jüngerer Pastor – saß am Ende einer Konferenz mit mir zusammen am Tisch und sagte: „Bevor wir heute auseinandergehen, erkläre mir doch nacheinander die notwendigen Schritte, um einem Menschen zu helfen, die Sünde abzutöten.“ Wir sprachen eine Weile darüber und gingen anschließend ins Bett. Hoffentlich fühlte er sich durch dieses Gespräch ebenso gesegnet wie ich. Noch immer frage ich mich, ob er seine Frage als Pastor stellte oder einfach für sich selbst – oder beides.

Wie würdest du diese Frage am ehesten beantworten? Das erste was zu tun ist: Schlag die Bibel auf. Ja, schlag John Owen auf (immer eine gute Idee!), oder einen anderen Ratgeber, sei er tot oder lebendig. Aber vergiss nicht, wir wurden in diesem Bereich nicht nur mit guten menschlichen Quellen alleingelassen. Es ist notwendig aus dem „Mund Gottes“ unterwiesen zu werden. Damit die Grundsätze, welche wir anzuwenden lernen, sowohl die Autorität Gottes als auch die Versprechen Gottes beinhalten, um sie funktionstüchtig zu machen.

Mir kommen einige Passen zum Studieren in den Sinn: Römer 8:13; Römer 13,8-14 (der Text von Augustinus); 2. Korinther 6,14-7,1; Epheser 4,17-5,21; Kolosser 3,1-17; 1 Petrus 4,1-11; 1 Johannes 2,28-3,11. Bemerkenswerterweise kommt das Verb „töten“ („abtöten“) nur zweimal in diesen Passagen vor. Ebenso bedeutend ist, dass es in jeder Passage um mehr geht als nur dieser einen Ermahnung, die Sünde zu töten. Diese Beobachtung erweist sich, wie wir später sehen werden, als enorm wichtig.

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Sinclair Ferguson: Ist Christologie von Bedeutung?

„Wir lehren alle einstimmig, einen und denselben Sohn zu bekennen, unseren Herrn Jesus Christus. Derselbe ist vollkommen in Gottheit und Menschlichkeit; wahrhaftig Gott und wahrhaftig Mensch … Erkannt in zwei Naturen, unvermischt, unverändert, unsichtbar, untrennbar … die Eigenschaften jeder Natur bewahrend.“

So schrieben es die Kirchenväter in der Definition von Chalcedon in 451 n.Chr nieder. Aber auch wenn sie alle „einstimmig“ lehrten. Die Lehre hört sich so komplex an. Ist es überhaupt von Bedeutung?

Angesichts der Opfer die sie brachten um Christus korrekt darzustellen kann man sich vorstellen wie sie bei einem Gruppen-Bibelstudium zu Philipper 2:5-11 sagen würden, „Von dem was wir gehört haben ist es noch nie von größerer Bedeutung gewesen.“

Stell dir mal eine Diskussion zu dieser Bibelstelle vor „der, als er in der Gestalt Gottes war … entäußerte sich selbst“ (Phil. 2:6-7). Einer sagt: „Es bedeutet Jesus wurde für eine Zeit Mensch und kehrte anschließend wieder zurück Gott zu sein“. „Nein,“ sagt ein anderer „Er hat sich nur Seiner göttlichen Eigenschaften entäußert und nahm sie anschließend wieder auf“. „Sicherlich,“ sagt ein anderer (ohne eine Pause zu machen um an die Werke von Mose, Eliah oder Apostel zu denken) „Er vermischte Menschlichkeit mit Seiner Gottheit – ist dies denn nicht wie Er in der Lage war Wunder zu wirken?“

Solange wir glauben, dass Jesus rettet und anderen davon erzählen, macht es dann wirklich etwas aus ob diese Sichtweisen falsch oder gar häretisch sind? Schließlich ist es am wichtigsten das Evangelium verkünden.

Da ist der Knackpunkt – Jesus Christus selbst ist das Evangelium. Wie die losen Fäden einer Tapisserie – zieh an irgendeiner dieser Sichtweisen, und das ganze Evangelium löst sich auf. Wenn unser Christus, dem wir vertrauen und verkünden, nicht qualifiziert ist uns zu retten, dann haben wir einen falschen Christus.

Nimm dir einen Moment Zeit über die oben genannten Beschreibungen nachzudenken. Würde Er an irgendeinem Punkt aufhören Gott zu sein, dann würde das Weltall zusammenbrechen – denn Er trägt alle Dinge durch das Wort seiner Kraft (Heb. 1:3). Wäre Er eine Vermischung von Menschlichkeit und Gottheit, dann wäre Er nicht wahrhaftig oder vollkommen Mensch und somit nicht mehr einer von uns. Er wäre damit nicht mehr in der Lage unser Stellvertreter und Repräsentant zu sein. Er könnte weder Sünder retten noch Heiligen beistehen. Aus diesem Grund legt das Buch der Hebräer sein Augenmerk darauf, dass Christus, gleich wie wir, menschlich ist, jedoch ohne Sünde. Ohne Vermischung oder Durcheinander.

Die meisten von uns sind Pedanten bei Dingen die wir Lieben, lass es Wissenschaft, Informatik, Sport, Handel oder das Familienleben sein. Sollten wir also gleichgültig sein, wenn wir über unseren Herrn und Retter nachsinnen und sprechen?

Aus diesem Grund betonten die Kirchenväter und später die Westminster Synode, dass Gottes Sohn in Ewigkeit „von einem Wesen und gleich mit dem Vater ist“ und doch, in der Verkörperung „nahm, als die Fülle der Zeit gekommen war, menschliche Natur an sich mit all deren wesentlichen Eigenschaften und allgemeinen Schwachheiten, jedoch ohne jede Sünde.“ … „So sind die beiden ganzen, vollständigen und verschiedenartigen Naturen – die Gottheit und die Menschheit – untrennbar in einer Person vereinigt, ohne Verwandlung, Zusammensetzung oder Vermischung“ (WB 8.2).

Dieses Bekenntnis ist so beeindruckend, weil es das Geheimnis der Verkörperung wahrt und gleichzeitig die Realität erklärt. Die zwei Naturen sind nicht ineinander vereint, jedoch in einer Person. Somit handelte Er, in allem was Er tat, seiner Gottheit entsprechend oder seiner Menschlichkeit. Eine göttliche Person mit der Kraft beider Naturen in ihrer eigenen, ordnungsgemäßen Sphäre.

Dies unterstreicht den Wert der kirchlichen Glaubensbekenntnisse. Sie wurden von Menschen geschrieben die inniger über Dinge nachdachten und oftmals schmerzhafter zu Leiden hatten als wir. Aus einer leidenschaftlichen Liebe zu Christus und seinen Leuten sprachen sie, besorgt um eine verlorene Welt. Ihr Zeugnis hilft uns in drei Punkten:

  1. Es schützt unser Nachsinnen indem Grenzen gesetzt werden.
  2. Es unterrichtet uns indem biblische Wahrheiten in kürzester Form wiedergegeben werden.
  3. Es verbindet uns, damit überall in der Welt Christen das gleiche, klare Bekenntnis von Christus und seinem Werk teilen.

Ist es überhaupt von Bedeutung? Im Lichte der Opfer die unsere Vorväter darbrachten um die Erhabenheit der Person Chrisi zu artikulieren, unserem Retter und wie Er sein muss um uns zu retten, du kannst darauf wetten, dass es von Bedeutung ist.

From Ligonier Ministries and R.C. Sproul © 2016. Used by permission.
Übersetzung: TheologiaDE.blog