Ralph Venning – In der Schule Gottes lernen

Viele der christlichen Juden waren nur jüdische Christen. Sie ließen sich nicht leicht überzeugen, Mose und sein Gesetz beiseitezulegen. Die christlichen Heiden war zu sehr heidnische Christen, dich sich kaum von dem Gesetz der Natur und der Werke trennen konnten. Wenige schafften das, was Paulus lehrte, alleine in Christus zu ruhen und alle Formen, Vorrechte, Tränen und Gebete, Demütigungen und alles, was man unsere eigene Gerechtigkeit nennen könnte, als Verlust und Dreck anzusehen, was die Rechtfertigung betrifft, selbst wenn sie in Bezug auf das Gesetz untadelig sein sollten. Wenige gelangten an den Punkt, dass sie in ihm und der Gerechtigkeit erfunden wurden, die von Gott durch den Glauben an ihn ist, und nicht auf Fleisch vertrauten, sondern sich in Jesus Christus freuten.

Und so sehen wir, dass die Apostel, ob sie nun an Juden oder Heiden schreiben, es sich zur Aufgabe machten, sie von jedem Gesetz und jeder Regel ab- und zu dem des Glaubens hinzubringen und sie auf dem einzig wahren Fundament und Eckstein zu gründen und aufzubauen, Jesus Christus, damit er in allen Dingen den Vorrang habe und alles in allem sei, wie er es verdient (Kol 3,11; Gal 6,15-16; Hebr. 13,7-8; 1.Pt. 2,5-6; 1.Kor. 1,29-31).

Aus dem Buch: „In der Schule Gottes lernen“ von Ralph Venning.
Das Buch ist hier erhältlich: https://www.3lverlag.de/in-der-schule-gottes-lernen.html
Vorlesungen / Tonspuren der Puritaner gibt es hier: http://glaubensgerechtigkeit.de/die-puritaner-buchreihe/

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F. W. Krummacher: Die Wurzel Isai

„Es gebet Sein Lob.“ singt der Sänger des 148sten Psalms, „soweit Himmel und Erde reichen!“ – Die Welt ist ein Denkmal der Schöpferkraft, der Vatergüte und der Ordnerweisheit des allmächtigen Gottes. – Ja, sie preist mit dem Vater zugleich den Sohn. Neben den Zügen der „hochwürdigen Herrlichkeit“ des Ersteren entdeckt das erleuchtete Auge auf jenem lebendigen Monument das Bild des „Schönsten der Menschenkinder.“ Die ganze Natur ist eine Bilderkammer zur Verherrlichung Christi. Schaut die heilige Liebe in sie hinein, so scheint ihr Alles nur dazu geschaffen, um von ihrem Bräutigam, dem „Herrn vom Himmel,“ und Seiner Lieblichkeit zu zeugen. Die Sonne am Gezelt, der Stern am Abendhimmel, der Quell, der dem Fels entrauscht, der grünende Baum des Feldes, der fruchtbeladene Weinstock, ja Alles, Alles singt ihr Sein Lob und spiegelt ihr bald diese, bald jene Seite Seines holdseligen Wesens oder des zarten Verhältnisses wieder, in welchem Er zu Seinem Erlösten steht. – Und es sind nicht luftige Phantasien und eitle Träume, denen hier die Liebe nachhängt. Die Schrift bestätigt ihre Anschauung als eine wahre. – Sie selbst, so oft sie uns den Fürsten des Lebens vor Augen zeichnen will, beutet den Bildersaal der Schöpfung aus und entlehnt aus ihrem Reiche die Farben und Züge zu ihrem entzückenden Gemälde. Bald rührt sie diese, bald jene Taste in der Klaviatur der geschaffenen Dinge an, und in den sinnigsten und herzerquicklichsten Akkorden tönt die Natur den Preis Immanuels und Seiner Gnaden.

Jesaja 11, 10.
Und es wird geschehen an jenem Tag, da werden die Heidenvölker fragen nach dem Wurzelspross Isais, der als Banner für die Völker dasteht; und seine Ruhestätte wird Herrlichkeit sein.

Unser heutiger Text ist so reichhaltig, dass wir uns mit flüchtigen Andeutungen begnügen müssen, wenn wir in einer Stunde seine verborgenen Schätze auch nur einigermaßen zu Tage fördern wollen. Von wem in dem Ausspruche die Rede ist, ergibt sich auf den ersten Blick von selbst. Jesus Christus ist der Kern und Stern, wie unsers ganzen Textkapitels, so des einzelnen Sprüchleins, das wir daraus hervorgehoben haben, und in welchem er gleichsam wie ein Edelstein vor unseren Augen hin und her gewendet wird, damit er alle seine Lichter uns leuchten lasse. Und wer mag sagen, welches dieser Lichter das schönste sei, und welches am tröstlichsten und holdseligsten strahle.

Um in der köstlichen Weissagung nichts zu übersehen, schließen wir uns mit unseren Erwägungen streng an die Worte des heiligen Propheten an und richten unsere Blicke

  1. auf die Zeit, in welche er hineinschaut;
  2. auf die Wurzel, die er preist;
  3. auf das Panier, das er wehen sieht;
  4. auf die Fragenden bei dem Panier;
  5. auf die Ruhe des verheißenen Messias.

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