Von der Gerechtigkeit, durch die wir vor Gott bestehen

Wir glauben, daß unsre Seligkeit auf der Vergebung unsrer Sünden beruht, die durch Jesum Christum geschieht, und daß darin unsre Rechtfertigung vor Gott besteht, wie der heilige Paulus uns aus dem David lehrt, wenn er sagt: »Selig sei der Mensch, welchem Gott die Gerechtigkeit zurechnet ohne die Werke«; derselbe Apostel sagt: »Wir werden ohne Verdienst gerecht gemacht durch die Erlösung, die da ist in Christo Jesu.« Und deshalb behalten wir diesen festen Grund in Ewigkeit und geben Gott alle Ehre, indem wir über uns selbst ganz demütig gesinnt sind, wohl wissend, wer und wie wir sind. Deshalb erwarten wir von uns oder irgend unseren Verdiensten durchaus nichts, sondern ganz auf den Gehorsam des gekreuzigten Jesus Christus gestützt, beruhigen wir uns bei ihm durchaus, indem er der Unsrige wird, wenn wir an ihn glauben. Dieser eine reicht völlig hin, sowohl um alle unsre Ungerechtigkeiten zu bedecken, als auch um uns gegen alle Versuchungen sicher zu machen. Denn jener entfernt vom Gewissen alle Furcht, allen Schrecken, alle Scheu, damit wir näher zu Gott treten und nicht dem Beispiele unsres ersten Vaters nachahmen, der, aus Furcht fliehend, sich mit Feigenblättern zu bedecken und zu verbergen versuchte. Und wenn wir, auf uns selbst oder irgendein anderes Geschöpf auch nur im geringsten gestützt, uns vor Gott stellen müßten, so ist es gewiß, daß wir sogleich vergehen würden. Deshalb muß jeder von uns vielmehr mit David ausrufen: »HERR, gehe nicht zu Gericht mit deinem Knechte, denn vor deinem Angesichte ist niemand gerecht, der da lebet.«

– Confessio Belgica, Niederländisches Glaubensbekenntnis, Artikel 23 –
Quelle: http://www.glaubensstimme.de/doku.php?id=bekenntnisse:confessio_belgica

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Ralph Venning – In der Schule Gottes lernen

Viele der christlichen Juden waren nur jüdische Christen. Sie ließen sich nicht leicht überzeugen, Mose und sein Gesetz beiseitezulegen. Die christlichen Heiden war zu sehr heidnische Christen, dich sich kaum von dem Gesetz der Natur und der Werke trennen konnten. Wenige schafften das, was Paulus lehrte, alleine in Christus zu ruhen und alle Formen, Vorrechte, Tränen und Gebete, Demütigungen und alles, was man unsere eigene Gerechtigkeit nennen könnte, als Verlust und Dreck anzusehen, was die Rechtfertigung betrifft, selbst wenn sie in Bezug auf das Gesetz untadelig sein sollten. Wenige gelangten an den Punkt, dass sie in ihm und der Gerechtigkeit erfunden wurden, die von Gott durch den Glauben an ihn ist, und nicht auf Fleisch vertrauten, sondern sich in Jesus Christus freuten.

Und so sehen wir, dass die Apostel, ob sie nun an Juden oder Heiden schreiben, es sich zur Aufgabe machten, sie von jedem Gesetz und jeder Regel ab- und zu dem des Glaubens hinzubringen und sie auf dem einzig wahren Fundament und Eckstein zu gründen und aufzubauen, Jesus Christus, damit er in allen Dingen den Vorrang habe und alles in allem sei, wie er es verdient (Kol 3,11; Gal 6,15-16; Hebr. 13,7-8; 1.Pt. 2,5-6; 1.Kor. 1,29-31).

Aus dem Buch: „In der Schule Gottes lernen“ von Ralph Venning.
Das Buch ist hier erhältlich: https://www.3lverlag.de/in-der-schule-gottes-lernen.html
Vorlesungen / Tonspuren der Puritaner gibt es hier: http://glaubensgerechtigkeit.de/die-puritaner-buchreihe/

Westminster Bekenntnis – Kapitel 11: Von der Rechtfertigung

Das Westminster Bekenntnis aus dem Jahre 1647 in Deutsch vorgelesen.

Artikel 1: Rechtfertigung durch Christi Gerechtigkeit (0:13)
Artikel 2: Rechtfertigung und lebendiger Glaube (1:15)
Artikel 3: Rechtfertigung allein aus Gnaden (1:44)
Artikel 4: Erwählung und Zuneigung (2:29)
Artikel 5: Sünde im Leben der Erwählten (2:56)
Artikel 6: Rechtfertigung im Alten Testament (3:28)