John Owen – Die Einheit Christi mit seiner Gemeinde

Die Gemeinde musste also erlöst werden, weil sie dazu bestimmt war, Christi Weib zu sein. Die Erlösung, die Christus vollbrachte, machte es dann möglich, dass die Einheit zwischen Christus und seiner Gemeinde zustande kam.
Hinter allem, was Christus für die Gemeinde tat und erlitt, stand ein Willensakt Gottes, des Vaters, der ihm alle Erwählten gegeben und anvertraut hatte, auf dass sie erlöst, geheiligt und gerettet würden.
Auf dieser Grundlage war die geistliche Vereinigung zwischen Christus und seiner Gemeinde bereits Wirklichkeit, ehe sie tatsächlich zustande gekommen war.
 
Eine solche Einheit beruht auf einem Vertrag oder einem Bund, der zwischen den betreffenden Personen geschlossen wurde. So übernahm unser Herr die Aufgabe, der Bürge des neuen Bundes zwischen Gott und der Gemeinde zu sein. Als Bürge verpflichtete er sich Gott gegenüber, alle Forderungen des göttlichen Gesetzes und der göttlichen Gerechtigkeit stellvertretend für die Gemeinde zu erfüllen, damit sie geheiligt und gerettet werden kann. Gott aber sah es um dieses Bundes willen für gerecht und richtig an, Christus unsere Sünden, uns aber seinen Gehorsam und Tod anzurechnen, um uns fortan so zu behandeln, als wären wir selbst gehorsam gewesen und für unsere eigenen Sünden gestorben.
 
Aus dem Buch: „Die Herrlichkeit Christi“ von John Owen.
Das Buch ist hier erhältlich: https://www.3lverlag.de/die-herrlichkeit-christi-589.html
Vorlesungen / Tonspuren der Puritaner gibt es hier: http://glaubensgerechtigkeit.de/die-puritaner-buchreihe/
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J.C. Ryle: Die perfekte Gemeinde

Schätze der Gnade 33


Ich möchte euch vor Menschen warnen, die behaupten, dass alle Gemeinden verdorben sind. Einen Mangel an solchen Menschen gab es noch nie. Sie haben völlig vergessen, dass alles was wir Menschen tun, nicht perfekt sein kann. Sie verbringen ihr ganzes Leben mit der nichtigen Suche nach einer perfekten Gemeinde.

Fehler suchen, das ist einfach. Es gibt nichts auf dem Planeten, bei dem ein Mensch etwas zu tun hatte, das nicht mit Fehlern übersät ist. Eines können wir uns sicher sein, keine lokale [sichtbare] Gemeinde auf dieser Erde ist ohne Fehler. Schon zu Zeiten des neuen Testaments gab es Gemeinden mit Fehlern und so ist es auch heute. Nur eine Gemeinde ist ohne Fehl und Makel – die wahrhaftige Gemeinde, der Leib Christi, welche der Christus am letzten Tag dem Vater vorstellen wird.

Wo gibt es die perfekte, sichtbare [lokale] Gemeinde hier auf der Erde, eine Gemeinde ohne Fehl und Makel? Ich bin überzeugt, dass diese Gemeinde nicht gefunden werden kann, da sie nicht einmal existiert. Unzählige Menschen, die mit ihrem Gewissen keinen Kompromiss eingehen konnten, haben das auf die schmerzhafte Art und Weise erfahren müssen. Sie verließen ihre Gemeinden wegen sogenannten „Unvollkommenheiten“.

Wenn wir ein Teil der wahrhaftigen Gemeinde sind, dann lasst unsere Gesinnung sein: „Die Gnade sei mit allen, die unseren Herrn Jesus Christus liebhaben, unwandelbar!“ (Epheser 6:24) Wann immer wir einen Menschen finden, dem Gnade widerfahren ist und Glauben hat – streckt ihm die rechte Hand entgegen. Lasst uns nicht zurückschrecken und Fragen, wo er getauft wurde oder welchen Gottesdienst er besucht. Liebt er den Herrn Jesus? Wurde er von Neuem geboren? Dann lasst uns sagen: „Das ist mein Bruder. Ich werde eines Tages mit ihm im Himmel sein und das auf ewig.“ Wir werden das gleiche zu Hause besitzen – daher sollten wir uns auch schon hier auf der Erde, auf dem Weg dorthin lieben.

Quelle: Grace Gems 06.2016
Übersetzung: TheologiaDE.blog