Martin Luther: Menschwerdung Christi

Eine Predigt von Martin Luther über die Fleischwerdung Jesu und damit resultierende Demut und Dankbarkeit.

Ein kurzer Auszug:

Warum malt doch der Evangelist diese Geburt so arm und elend? Darum, daß du daran denken und es nimmermehr vergessen sollst, und es dir durch Dein Herz gehen lassen, und besonders, weil du hier hörst, es ist alles deinetwegen geschehen, daß du darüber fröhlich und Gott auch dankbar dafür bist. Es ist eine weite Reise von Nazaret aus Galiläa nach Bethlehem, ja, soweit als aus Sachsen nach Bayern, wenn nicht noch weiter. Da ist es doch wohl zu denken, daß sie auch nicht viel Hausrat mitgeführt oder getragen haben. So werden die Windeln oder was sonst zu solchem Handel gehört, auch nicht besonders schön gewesen sein, daß sie das Kind vielleicht nur mit ihrem Hemd eingewickelt und ihm die Krippe gelegt hat. Denn sie hat es nicht immer im Schoß halten können, und sich an den Kleidern und Leib der Mutter wärmen, sondern das liebe Kind musste sich mit Stroh und Heu und einer Krippe behelfen. Josef hat auch das Beste tun müssen, und es wird wohl so gewesen sein, daß eine Magd dem Hause mit Wasser holen und anderen ihnen gedient habe, wie es in der Not üblich ist. Aber solches ist hier nicht geschrieben. Darum ist es zu vermuten, obwohl jedermann wusste, daß ein junges Weib im Kuhstall gelegen, sich doch niemand ihrer angenommen hat.

Das ist das erste Stück von der Geschichte, welche uns darum so vorgeschrieben ist, daß wir das Bild lernen sollen und in unser Herz fassen, wie unser lieber Herr Jesus Christus so elendiglich in dieser Welt geboren ist, auf das wir lernen Gott für solche große Wohltat zu danken und zu loben, daß wir armen, elenden, ja auch verdammten Menschen heut zu so großen Ehren gekommen, daß wir ein Fleisch und Blut mit dem Sohn Gottes geworden sind. Denn eben der ewige Sohn des ewigen Vaters, durch welchen Himmel und Erde aus nichts erschaffen ist, der ist, wie wir hören, Mensch geworden und auf diese Welt geboren wie wir, ohne daß es mit ihm ohne alle Sünde zugegangen ist. Deswegen mögen wir rühmen, daß Gott unser Bruder, ja, unser Fleisch und Blut geworden sei. Diese große Ehre ist nicht den Engeln, sondern uns Menschen widerfahren. Deswegen obwohl die Engel eine herrlichere Kreatur sind denn wir, so hat doch Gott uns mehr und höher geehrt und sich näher zu uns getan, denn zu den Engeln, weil er nicht ein Engel, sondern ein Mensch geworden ist. Wenn nun wir Menschen solches recht bedenken und von Herzen glauben könnten, so sollte gewisslich solche unaussprechliche Gnade und Wohltat unseres lieben Herrn Gottes eine hohe große Freude machen, und uns treiben, daß wir Gott von Herzen dafür dankten, ihn liebten und gern uns nach seinem Willen halten würden.

Adam und Eva sind nicht geboren, sondern geschaffen. Denn Adam hat Gott aus der Erde gemacht; das Weib aber aus seiner Rippe. Wieviel aber ist Christus uns näher, denn die Eva ihrem Mann Adam, besonders weil er unser Fleisch und Blut ist? Solche Ehre sollten wir hochachten, und wohl in unsere Herzen bilden, daß der Sohn Gottes ist Fleisch geworden, und gar kein Unterschied zwischen seinem und unserem Fleisch ist, nur das sein Fleisch ohne Sünde ist. Denn er ist von dem Heiligen Geist empfangen, und Gott hat die Seele und den Leib der Jungfrau Maria voll Heiligen Geistes gegossen, daß sie ohne alle Sünde gewesen ist, als sie den Herrn Jesus empfangen und getragen hat. Außer denselben ist alles natürlich an ihm gewesen, wie an anderen Menschen: daß er gegessen, getrunken, ihn gehungert, gedürstet, gefroren hat, wie andere Menschen. Solche und dergleichen natürliche Gebrechen, welche der Sünden wegen auf uns geerbt sind, hat er, der ohne Sünde war, getragen und gehabt, wie wir, wie Paulus sagt: Er sei erfunden in allem ein Mensch wie wir, der gegessen, getrunken, fröhlich und traurig gewesen ist.

Die ganze Predigt:

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A. W. Pink: Eine ruhige Nacht

Schätze der Gnade 35


…sicherlich gönnt er seinen Geliebten den Schlaf
(Psalm 127:2)

Wie oft verlieren wir aus den Augen, dass der Herr neben der Seele auch für den Leib seiner Heiligen sorgt. Der Schlaf ist ein Geschenk – doch die Gewohnheit macht uns blind und wir erkennen den Wert nicht mehr. Wie die Speise und das Wasser ist Schlaf wichtig für unseren Leib. Der Schlaf wie auch die anderen Dinge sind Gaben unseres himmlischen Vaters.

Wenn es dem Herrn gefällt, entzieht er uns Schlaf – dann sagen wir zusammen mit dem Psalmisten [77:5]: „Du hältst meine Augenlider offen.“ Doch dies ist eher die Ausnahme und dafür sollten wir Gott danken. Tag für Tag werden wir von Gott genährt und jede Nacht „gönnt er seinen Geliebten den Schlaf!“

Wir sollten Gottes gnädige Hand, wie Er in seiner Barmherzigkeit mit uns umgeht, in allen alltäglichen und gewöhnlichen Dingen erkennen. Unsere Schwachheit ist Ihm bewusst, Er handelt mit jedem unterschiedlich. Er sieht, wenn wir am Ende unserer Kräfte sind und versorgt uns mit Energie und erquickt unseren Leib mit Schlaf.

Ach, wie selten geht uns die Güte und Gnade Gottes zu herzen. Weil Gott uns unaufhörlich Gnade zukommen lässt, in geistlichen Dingen wie auch in zeitlich-weltlichen – fangen wir an sie als selbstverständlich anzusehen. Wir sind als Menschen so langsam im Erkennen und unsere Herzen so verhärtet Gott gegenüber – ich befürchte nämlich, dass wir meiste Zeit vergessen wessen Hand es ist, die uns täglich dient.

Ist nicht genau das der Grund für unsere Undankbarkeit in Sachen Gesundheit? – Wir erkennen den Wert erst nachdem es uns weggenommen wurde. Erst nachdem wir uns nächtelang im Bett umherwälzen sehen wir, wie wertvoll eine ruhige Nacht ist, die uns doch zuvor so oft geschenkt wurde. Welch schnöde Kreaturen sind wir, sobald uns eine Krankheit oder die Schlaflosigkeit plagt – bitten wir Gott nicht um Vergebung für unsere Undankbarkeit – wir murren, beschweren uns über die harten Zustände und grübeln nach um herauszufinden, aus welchem Grund wir dies nur verdienten!

Oh lasst uns, die wir mit Gesundheit und ruhigen Nächten gesegnet werden nicht nachlässig im Danken sein und die Kraft nehmen, die wir bekommen, um Gott zu verherrlichen!

„Lasst uns Gott für die „gewöhnlichen“ Gnadengaben Danken – sobald sie uns nämlich genommen werden, scheinen sie ungewöhnlich wertvoll zu sein!“

Charles Spurgeon

Quelle: Grace Gems 27.08.2017
Übersetzung: TheologiaDE.blog

Dankbarkeit, eine Zitatensammlung

Schätze der Gnade 7

Epheser 5:20: sagt allezeit Gott, dem Vater, Dank für alles, in dem Namen unseres Herrn Jesus Christus;

Ein Mann namens Johannes traf eines Tages einen Bauern und grüßte ihn: „Gott möge dir einen schönen Tag schenken, mein Freund!“

Der Bauer antwortete lebhaft: „Ich danke Gott, dass ich noch nie einen schlechten Tag hatte!“

Johannes, total verblüfft, hielt einen Moment inne und antwortete schließlich: „Gott möge dir ein fröhliches Leben schenken, mein Freund.

Der Bauer antwortete gelassen: „Ich danke Gott, dass ich niemals unglücklich bin.“

Niemals unglücklich!“ heulte Johannes fassungslos, „Was meinst du damit?

Hm“, antwortete er, „Wenn die Sonne scheint – danke ich Gott; und wenn es regnet – danke ich Gott. Wenn ich viel habe – danke ich Gott; und wenn ich hungrig bin – danke ich Gott. Da Gottes Wille mein Wille ist und alles, was Gott wohlgefällt, mir wohlgefällt – bin ich niemals unglücklich.“


Wenn wir unsere Gnadengaben zählen, wie unsere alltäglichen Dinge, seien sie groß oder klein, – so wüssten wir nicht wo die Liste endet. Das einzige was wir tun können, ist es, ein Leben in der süßen und lebensnotwendigen Dankbarkeit zu leben.

„Alles was nicht die Hölle ist, ist Gnade.“

„Gott wird nicht in unseren Beschwerden verherrlicht. Gott aber wird in unserer Danksagung verherrlicht.“

„Es gibt immer etwas, wofür wir dankbar sein können. Das ist der Grund, weshalb wir sogar in den Tagen, die uns am dunkelsten vorkommen, dankbar sein sollten.“


Ein Unglücklicher hat lauter böse Tage, aber ein fröhliches Herz hat immer ein Festmahl.
Sprüche 15:15

Geht ein zu seinen Toren mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; dankt ihm, preist seinen Namen!
Psalm 100:4

Quelle in Englisch
Übersetzung: TheologiaDE.blog