Gottes Vorsehung und unsere Abhängigkeit

Der vollkommen weise, gerechte und gnädige Gott über­lässt seine eigenen Kinder oftmals für eine bestimmte Zeit viel­fältigen Versuchungen und der Verdorbenheit ihres eigenen Herzens, um sie für ihre früheren Sünden zu züchtigen oder ihnen die geheime Kraft der Verdorbenheit und Unaufrichtig­keit ihres Herzens klar zu machen, damit sie gedemütigt wer­den. Er tut dies auch, um sie in eine engere und beständigere Abhängigkeit von seiner Hilfe zu bringen. Er tut dies ferner, damit sie sich bei künftigen Anlässen zur Sünde vorsehen, und er tut dies aus weiteren gerechten und heiligen Gründen. Daher geschieht alles, was immer einem seiner Erwählten wider­fährt, nach seiner Anordnung zu seiner Ehre und zu ihrem Besten.

Aus dem Baptistischen Glaubensbekenntnis von 1689. Kapitel 5, Artikel 5.

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Von der Gerechtigkeit, durch die wir vor Gott bestehen

Wir glauben, daß unsre Seligkeit auf der Vergebung unsrer Sünden beruht, die durch Jesum Christum geschieht, und daß darin unsre Rechtfertigung vor Gott besteht, wie der heilige Paulus uns aus dem David lehrt, wenn er sagt: »Selig sei der Mensch, welchem Gott die Gerechtigkeit zurechnet ohne die Werke«; derselbe Apostel sagt: »Wir werden ohne Verdienst gerecht gemacht durch die Erlösung, die da ist in Christo Jesu.« Und deshalb behalten wir diesen festen Grund in Ewigkeit und geben Gott alle Ehre, indem wir über uns selbst ganz demütig gesinnt sind, wohl wissend, wer und wie wir sind. Deshalb erwarten wir von uns oder irgend unseren Verdiensten durchaus nichts, sondern ganz auf den Gehorsam des gekreuzigten Jesus Christus gestützt, beruhigen wir uns bei ihm durchaus, indem er der Unsrige wird, wenn wir an ihn glauben. Dieser eine reicht völlig hin, sowohl um alle unsre Ungerechtigkeiten zu bedecken, als auch um uns gegen alle Versuchungen sicher zu machen. Denn jener entfernt vom Gewissen alle Furcht, allen Schrecken, alle Scheu, damit wir näher zu Gott treten und nicht dem Beispiele unsres ersten Vaters nachahmen, der, aus Furcht fliehend, sich mit Feigenblättern zu bedecken und zu verbergen versuchte. Und wenn wir, auf uns selbst oder irgendein anderes Geschöpf auch nur im geringsten gestützt, uns vor Gott stellen müßten, so ist es gewiß, daß wir sogleich vergehen würden. Deshalb muß jeder von uns vielmehr mit David ausrufen: »HERR, gehe nicht zu Gericht mit deinem Knechte, denn vor deinem Angesichte ist niemand gerecht, der da lebet.«

– Confessio Belgica, Niederländisches Glaubensbekenntnis, Artikel 23 –
Quelle: http://www.glaubensstimme.de/doku.php?id=bekenntnisse:confessio_belgica

J. C. Ryle: Rückratloses Christentum

Schätze der Gnade 51


Vor achtzehn Jahrhunderten warnte uns der Apostel Paulus:

Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich selbst nach ihren eigenen Lüsten Lehrer beschaffen, weil sie empfindliche Ohren haben;
(2. Timotheus 4:3)

 

Der natürliche Mensch hasst das Evangelium, zusammen mit all den zugehörigen Lehren. Er sucht und erfreut sich sogar darin, dem aus dem Weg zu gehen und es mit nichtigen Ausreden abzulehnen.

Grund dafür ist die gefallene Natur des Menschen. In dieser Natur verbirgt sich das Böse. Dazu gehört auch der tief sitzende Unglaube gegenüber dem Wort Gottes. Ich vermute, wir haben nicht einmal den blassen Schimmer, wie viele Menschen rettenden Glauben besitzen. Und noch viel weniger sind es, die sich ganz der Bibel hingeben.

 

Einer ist stolz – dieser kann die Lehren des Evangeliums nicht ausstehen, da es ihm keinen Raum zum Rühmen gibt.

Der nächste ist faul und träge – er kann die Lehren des Evangeliums nicht leiden, da er aufgefordert wird, sich mit beschwerlichen Dingen zu befassen. Wie zum Beispiel sich selbst zu prüfen und den Kopf anzustrengen.

Ein anderer ist gleichgültig – er macht sich weiß, dass alle Lehren nur zusammengewürfelte Worte sind und es letztlich egal ist, was man glaubt.

Dann gibt es noch einen, der ist durch und durch weltlich – er zuckt vor den Lehren des Evangeliums zusammen, da es seine „heile Welt“ zunichtemacht.

 

Doch auf gewisse Weise bin ich völlig damit zufrieden, dass die Erbsünde die Wurzel dieses Verderbens ist. Was [die Erbsünde] wiederum dazu führt, dass Menschenmengen gierig nach der Anschauung ragen, die Lehren wären nur Nebensache. Es versorgt sie mit einer Ausrede für ihre Sünde.

Die Auswirkungen, dieser verächtlichen Haltung gegenüber den Lehren sind in der heutigen Zeit gravierend. Ob es uns gefällt oder nicht, diese Epidemie verursacht viel Leid. Es ist nämlich der Nährboden für Instabilität in Sachen Religion. Daraus entspringt, wenn ich das so sagen darf, ein rückratloses Christentum. Ein Christentum ohne Halt, Festigkeit oder Kraft.

Man kann es mit einer Qualle vergleichen. Im Meer sieht die Qualle beeindruckend aus. Ihre Art im Wasser umherzugleiten, wie ein Regenschirm der auf und zu geht, wunderschön. Doch sobald die gleiche Qualle ans Land gezogen wird und auf der Erde liegt, dann ist sie eine hilflose Masse. Nicht in der Lage sich selbst fortzubewegen, geschweige denn, sich selbst zu verteidigen oder am Leben zu erhalten.

Ach! Dies ist leider ein Abbild der heutigen Religion, mit dem Motto: „Keine Lehrsätze, keine Grundsätze und nichts wozu wir stehen.“

Hunderte Pastoren, von denen man meint, sie hätten nicht einmal einen einzigen Knochen in ihrem geistlichen Leib. Sie stehen zu nichts – haben keine Zugehörigkeit. Sie fürchten sich so sehr vor „extremistischen Ansichten“, dass sie gar keine Ansicht haben!

Jedes Jahr werden unzählige Predigten abgehalten, die auf nichts rauslaufen und keine Kanten besitzen, an denen man sich stoßen könnte. Sie sind so glatt wie ein Aal – hierdurch wird kein Sünder erweckt, noch ein Christ erbaut.

„J. C. Ryle: Rückratloses Christentum“ weiterlesen

Westminster Bekenntnis – Kapitel 24: Von der Ehe und der Ehescheidung

Artikel 1: Ein Mann und eine Frau (0:16)
Artikel 2: Der Sinn der Ehe (0:37)
Artikel 3: Jeder darf heiraten, aber Christen nur im Herrn (0:57)
Artikel 4: Ehe ist bei zu naher Blutsverwandtschaft verboten (1:47)
Artikel 5: Scheidung bei Ehebruch und Unzucht (2:42)
Artikel 6: Näheres zur Scheidung (3:21)

Westminster Bekenntnis – Kapitel 23: Von der Obrigkeit

Das Westminster Bekenntnis aus dem Jahre 1647 in Deutsch vorgelesen.

Artikel 1: Wozu Gott die Obrigkeit gegeben hat (0:13)
Artikel 2: Christen dürfen ein Amt der Obrigkeit übernehmen (0:45)
Artikel 3: Kirche und Staat (1:23)
Artikel 4: Die Pflicht des Volkes – auch bei Verschiedenheit der Religion (2:20)

Westminster Bekenntnis – Kapitel 22: Von den rechtmäßigen Eiden und Gelübden

Das Westminster Bekenntnis aus dem Jahre 1647 in Deutsch vorgelesen.

Artikel 1: Eide gehören zur Gottesverehrung (0:15)
Artikel 2: Menschen dürfen nur beim Namen Gottes allein schwören (0:38)
Artikel 3: Wahrheit und Rechtmässigkeit des Eides (1:23)
Artikel 4: Ein Eid ist unbedingt verpflichtend (2:08)
Artikel 5: Gelübde sind wie Eide (2:40)
Artikel 6: Vom Sinn der Gelübde (2:56)
Artikel 7: Man darf nur rechtmässige Dinge geloben (3:29)

Westminster Bekenntnis – Kapitel 21: Von der Gottesverehrung und dem Sabbat

Das Westminster Bekenntnis aus dem Jahre 1647 in Deutsch vorgelesen.

Artikel 1: Gott legt fest, wie er verehrt werden will (0:15)
Artikel 2: Nur Gott allein darf verehrt werden und Jesus ist der einzige Mittler (1:10)
Artikel 3: Gott will Gebet (1:41)
Artikel 4: Für wen darf man beten? (2:17)
Artikel 5: Bestandteile der Verehrung Gottes (2:38)
Artikel 6: Ort und Zeit des Gebetes (3:28)
Artikel 7: Der christliche Sabbat (4:19)
Artikel 8: Wie soll der Sabbat begangen werden? (5:07)

Westminster Bekenntnis – Kapitel 20: Von der christlichen Freiheit und der Freiheit des Gewissens

Das Westminster Bekenntnis aus dem Jahre 1647 in Deutsch vorgelesen.

Artikel 1: Die Freiheit der Christen (0:17)
Artikel 2: Gott ist der alleinige Herr des Gewissens (1:31)
Artikel 3: Die christliche Freiheit rechtfertigt keine Sünde (2:13)
Artikel 4: Unterordnung unter staatliche und kirchliche Obrigkeiten (2:41)

Westminster Bekenntnis – Kapitel 19: Vom Gesetz Gottes

Das Westminster Bekenntnis aus dem Jahre 1647 in Deutsch vorgelesen.

Artikel 1: Das Gesetz als Bund der Werke (0:13)
Artikel 2: Die Zehn Gebote (0:41)
Artikel 3: Moralgesetz und Zeremonialgesetz (1:06)
Artikel 4: Judizialgesetze (1:45)
Artikel 5: Das Moralgesetz bleibt bindend (2:11)
Artikel 6: Das Moralgesetz ist von grossem Nutzen (2:42)
Artikel 7: Das Halten des Moralgesetzes widerspricht nicht der Gnade (4:23)