Gottes Vorsehung und unsere Abhängigkeit

Der vollkommen weise, gerechte und gnädige Gott über­lässt seine eigenen Kinder oftmals für eine bestimmte Zeit viel­fältigen Versuchungen und der Verdorbenheit ihres eigenen Herzens, um sie für ihre früheren Sünden zu züchtigen oder ihnen die geheime Kraft der Verdorbenheit und Unaufrichtig­keit ihres Herzens klar zu machen, damit sie gedemütigt wer­den. Er tut dies auch, um sie in eine engere und beständigere Abhängigkeit von seiner Hilfe zu bringen. Er tut dies ferner, damit sie sich bei künftigen Anlässen zur Sünde vorsehen, und er tut dies aus weiteren gerechten und heiligen Gründen. Daher geschieht alles, was immer einem seiner Erwählten wider­fährt, nach seiner Anordnung zu seiner Ehre und zu ihrem Besten.

Aus dem Baptistischen Glaubensbekenntnis von 1689. Kapitel 5, Artikel 5.

Advertisements

James Smith: Schmelzofen

Schätze der Gnade 25


Da sandten die Schwestern zu ihm und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du lieb hast, ist krank!
(Johannes 11:3)

„Sieh an mein Elend und mein Leid“
(Psalm 25:18)

Wir sind alle für Krankheiten anfällig – und manchmal scheint es, dass Christen den größten Anteil daran haben. Einige Kinder Gottes scheinen selten bis niemals gesund zu werden. Sie scheinen nie wirklich frei von Schmerz und Leid zu sein. Es ist ihr himmlischer Vater, der sieht, dass ein Schmelzofen nötig ist – somit bereitet Er ihn vor, legt sie hinein und lässt sie so lange dort, wie Er es für nötig erachtet.

Krankheiten fliegen nicht einfach so zufällig in der Gegend rum. Sie sind nicht dem Zufall ergeben. Sie wurden alle sorgfältig ausgesucht – und göttlich verabreicht. Gott läutert sein Volk, erzeigt Seine Gnade und erfüllt seine kostbaren Verheißungen – in dem Schmelzofen der Leiden. Krankheiten lehren uns …

wie gebrechlich wir sind,
wie abhängig von Gott wir sind,
wie sehr wir den göttlichen Trost nötig haben,
– und alles in einer Weise, die man mit nichts vergleichen kann.

Krankheiten …
demütigen unseren sündhaften Stolz,
entwöhnen uns von der Welt,
bringen uns näher an unseren himmlischen Vater und seinen Thron der Gnade,
drängen uns, den Erlöser und seine vergebende Liebe neu aufzusuchen.

Der Psalmist war geplagt und litt viel. Er hob somit seinen Blick nach oben und seufzte: „Sieh an mein Elend und mein Leid!“ Es war sein Anliegen zu erkennen, dass Gott ihn beobachtet und Mitleid mit ihm hat, zu erkennen, dass Gott ihm Aufmerksamkeit schenkt. Ihm war klar, Gottes liebender Blick würde …
seinen Geist beruhigen,
sein Herz aufmuntern,
und ihn von seinem Schmerz ablösen.

Lass somit jeden Gläubigen, der krank ist, den Psalmisten als Vorbild nehmen und dieses kurze aber kraftvolle Gebet sprechen: „Sieh an mein Elend und mein Leid.“

Quelle: Grace Gems 07.05.2017
Übersetzung: TheologiaDE.blog

Gebet eines Puritaners über die Abhängigkeit

Schätze der Gnade 3

Mein Vater,
Wenn du zornig wegen meiner Übertretungen bist,
versuche ich dich zu beschwichtigen, indem ich zukünftige Sünde unterlasse;

doch lehre mich zu verstehen,
dass ich dein Gesetz nicht genüge tun kann,
dass dies ein Versuch ist, mich auf meine eigene Gerechtigkeit zu stützen,
dass nur die Gerechtigkeit Christi,
völlig vorbereitet, vollkommen vollbracht,
dieser Anforderung gerecht wird;
dass deine Züchtigung für meine Sünden
nicht dazu dienen, dass ich dann versuche mich selbst zu verbiegen,
jedoch dazu, dass ich demütiger, betrübter
und noch mehr von der Sünde getrennt werde,
indem ich versöhnt und gerecht gesprochen werde,
durch den Glauben an Christus;

dass ich niemals gerecht gesprochen werden kann, wenn ich an mich selbst glaube,
doch indem ich dir vertraue und an dich glaube, als meinen einzigen Halt;
dass, wenn ich den Glauben von mir stoße, ich dich von mir stoße,
denn durch Glauben erkenne ich dich,
und da du überaus wertvoll bist,
so ist der Glaube an dich sehr wertvoll;
dass ich deiner Reinheit niemals Genüge tun kann,
denn sobald ich von mir selbst denke, ich bin heilig,
trachte ich selbst nicht nach Heiligkeit,
oder wenn ich glaube ich wäre unfähig dazu, so bleibe ich inaktiv.

Demütige mich, weil ich nicht so heilig bin, wie ich es sein sollte,
oder so heilig , wie ich durch Christus sein könnte,
denn du bist alles,
und dich haben, ist alles zu haben.

Doch  das Geschöpf zu etwas zu machen,
heißt, es zwischen dich und mich zu stellen,
sodass ich nicht demütig und heilig wandle.
Herr, vergib mir dafür.

Aus dem Buch „Valley of Visions“ von Arthur Bennet. Gebete und Andachten der Puritaner.
Übersetzung: TheologiaDE.blog