A. W. Pink: Eine ruhige Nacht

Schätze der Gnade 35


…sicherlich gönnt er seinen Geliebten den Schlaf
(Psalm 127:2)

Wie oft verlieren wir aus den Augen, dass der Herr neben der Seele auch für den Leib seiner Heiligen sorgt. Der Schlaf ist ein Geschenk – doch die Gewohnheit macht uns blind und wir erkennen den Wert nicht mehr. Wie die Speise und das Wasser ist Schlaf wichtig für unseren Leib. Der Schlaf wie auch die anderen Dinge sind Gaben unseres himmlischen Vaters.

Wenn es dem Herrn gefällt, entzieht er uns Schlaf – dann sagen wir zusammen mit dem Psalmisten [77:5]: „Du hältst meine Augenlider offen.“ Doch dies ist eher die Ausnahme und dafür sollten wir Gott danken. Tag für Tag werden wir von Gott genährt und jede Nacht „gönnt er seinen Geliebten den Schlaf!“

Wir sollten Gottes gnädige Hand, wie Er in seiner Barmherzigkeit mit uns umgeht, in allen alltäglichen und gewöhnlichen Dingen erkennen. Unsere Schwachheit ist Ihm bewusst, Er handelt mit jedem unterschiedlich. Er sieht, wenn wir am Ende unserer Kräfte sind und versorgt uns mit Energie und erquickt unseren Leib mit Schlaf.

Ach, wie selten geht uns die Güte und Gnade Gottes zu herzen. Weil Gott uns unaufhörlich Gnade zukommen lässt, in geistlichen Dingen wie auch in zeitlich-weltlichen – fangen wir an sie als selbstverständlich anzusehen. Wir sind als Menschen so langsam im Erkennen und unsere Herzen so verhärtet Gott gegenüber – ich befürchte nämlich, dass wir meiste Zeit vergessen wessen Hand es ist, die uns täglich dient.

Ist nicht genau das der Grund für unsere Undankbarkeit in Sachen Gesundheit? – Wir erkennen den Wert erst nachdem es uns weggenommen wurde. Erst nachdem wir uns nächtelang im Bett umherwälzen sehen wir, wie wertvoll eine ruhige Nacht ist, die uns doch zuvor so oft geschenkt wurde. Welch schnöde Kreaturen sind wir, sobald uns eine Krankheit oder die Schlaflosigkeit plagt – bitten wir Gott nicht um Vergebung für unsere Undankbarkeit – wir murren, beschweren uns über die harten Zustände und grübeln nach um herauszufinden, aus welchem Grund wir dies nur verdienten!

Oh lasst uns, die wir mit Gesundheit und ruhigen Nächten gesegnet werden nicht nachlässig im Danken sein und die Kraft nehmen, die wir bekommen, um Gott zu verherrlichen!

„Lasst uns Gott für die „gewöhnlichen“ Gnadengaben Danken – sobald sie uns nämlich genommen werden, scheinen sie ungewöhnlich wertvoll zu sein!“

Charles Spurgeon

Quelle: Grace Gems 27.08.2017
Übersetzung: TheologiaDE.blog

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A. W. Pink: Die Dringlichkeit der Wiedergeburt

Schätze der Gnade 31


Ihr müsst von Neuem geboren werden!
(Johannes 3:7)

Wie dringlich die Wiedergeburt [Erneuerung] ist erkennt man an den Zustand, in dem sich der Mensch befindet, er ist eine gefallene Kreatur. Der Mensch wurde in dem Ebenbild Gottes geschaffen (1. Mose 1:26), er war somit in der Lage Gemeinschaft mit Gott zu haben und sie zu genießen.

Doch nach dem Sündenfall wurde der Mensch …
von Gott entfremdet,
unpassend vor Gott zu stehen,
– und flüchtete vor Ihm.

Der Mensch ist in seinem natürlichen Zustand …
völlig verdorben,
ein Sklave Satans,
tot in Sünden und Übertretungen,
– dass der Mensch es nötig hat, von Neuem geboren zu werden, kann man hier ganz deutlich sehen.

Ihm fehlt …
die Liebe zu Gott,
die Freude an Gott,
jeglicher Genuss für die himmlischen Dinge,
– und die Fähigkeit geistlich zu handeln.

Daher ist ein Wunderwerk der Gnade notwendig, denn ohne das Handeln Gottes ist der Mensch nicht dazu qualifiziert in das Haus des Vaters einzutreten. Der Himmel ist nämlich ein Platz der Vorbereiteten – ein Ort für die, die „tüchtig gemacht wurden, teilzuhaben am Erbe der Heiligen im Licht“ (Kolosser 1:12), „denn ohne ein geheiligtes Leben wird niemand den Herrn sehen“ (Hebräer 12:14).

Ein nicht wiedergeborener Mensch würde keinesfalls in die unermessliche Reinheit des Himmels passen. Er wäre nicht in der Lage die Gemeinschaft und Aktivitäten zu genießen, wie ein Tauber in einem Orchester oder ein Blinder vor einem Sonnenuntergang. Ein geistliches Königreich benötigt eine geistliche Natur. Damit ein Mensch geistlich wird, muss er von Neuem geboren werden – eine Wiedergeburt aus dem Himmel. Ein Mensch kann sich selbst nicht ins Leben rufen oder gebären, genauso verhält es sich mit der Wiedergeburt, der Mensch kann es selbst nicht erzwingen.

Die Wiedergeburt ist …
keine rein äußerliche Veränderung,
kein Lernprozess,
nicht einmal eine religiöse Haltung.

Sie besteht aus einer radikalen Veränderung des Herzens und einer Transformation des Charakters – es ist die Übermittlung eines heiligen Prinzips – daraus entspringt ein neuer Wille, neues Potenzial und ein neues Leben. Verwundere dich somit nicht, dass ein Mensch hierfür von oben herab, von Neuem, geboren werden muss.

Quelle: Grace Gems 10.2014
Übersetzung: TheologiaDE.blog

A. W. Pink: Die Ungeheuerlichkeit der Sünde

Schätze der Gnade 10

„Hasst das Böse …“ Römer 12:9

Würden wir die ganze Welt gründlich untersuchen – dann würden wir nichts finden, dass scheußlicher ist als die Sünde. Das niedrigste und verachtenswerteste Ding in dieser Welt hat ein gewisses Maß an Wert in sich, als ein Kunstwerk Gottes. Doch Sünde und ihre faulen Ausflüsse haben nicht den geringsten Bruchteil von Wert in sich. Sünde ist durch und durch Böse, ohne den geringsten Anteil von Gutem – die Zusammenfassung der Widerwärtigkeit.

Die Abscheulichkeit der Sünde zeigt sich in ihrem Urheber: „Wer die Sünde tut, der ist aus dem Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an.“ (1 Joh. 3:8 SCH2000) Die Sünde ist das Geschäft des Teufels, und er selbst praktiziert sie unaufhörlich!

Die Ungeheuerlichkeit der Süde zeigt sich in dem, was sie mit dem Menschen tat: Sie hat die Natur des Menschen völlig zerstört und ihn unter den Fluch Gottes versetzt!

Die Sünde ist der Ursprung all unseres Elends. Alle Ungerechtigkeit und Erbärmlichkeit ist ihre Frucht. Es gibt keine seelische Not, keinen Herzensqualen, keine körperlichen Schmerzen – außer aufgrund von Sünde. All diese Nöte, unter denen die Menschheit jammert, sind auf die Sünde zurückzuführen.

Sünde ist der Grund aller göttlichen Bestrafungen: „Dein Wandel und deine Taten haben dir das eingetragen; deine Bosheit ist schuld daran, dass es [nun] so bitter steht, dass es dir bis ans Herz dringt! (Jeremia 4:18 SCH2000) Gäbe es keine Sünde, so gäbe es…

keine Kriege,
keine Katastrophen,
keine Gefängnisse,
keine Krankenhäuser,
keine Irrenanstalten,
keine Friedhöfe.
Wer nimmt sich trotz allem diese Dinge zu Herzen?

„Die Arglist der Sünde!“ Die Sünde hat viele Gewänder. Die Sünde in ihrer bloßen Form – sieht aus wie ein schwarzes, missgestaltetes Monster. Wie Gott die Sünde sieht, können wir in den vielen Gleichnissen sehen, die der Heilige Geist nutzt, um uns ihre Hässlichkeit und Widerwärtigkeit zu zeigen. Sünde ist vergleichbar mit dem Schaum eines überbrodelnden Kochtopfs, in dem eine abscheuliche Leiche ist, und mit einem toten und verfaulenden Körper!

In Sünde ist viel größere Bösartigkeit als man für gewöhnlich vermutet und das sogar bei der Mehrheit der Kirchenmitglieder. Menschen sehen die Sünde als ein Gebrechen an und bezeichnen sie als menschliches Manko oder vererbliche Schwäche.  Die Mehrheit betrachtet sie als bloße Bagatelle.

Unzählige religiöse Menschen erkennen so wenig Abscheulichkeit in Sünde, dass sie sich einbilden, ein paar Tränen würden ihren Schmutz abwaschen. Sie nehmen so wenig Kriminalität an ihr war, dass sie sich einreden, ein paar gute Werke seien eine völlige Wiedergutmachung.

Alle Vergleiche versagen darin, die entsetzliche Bösartigkeit dieser abscheulichen Sache, die Gott hasst, aufzuzeigen.  Wir können nichts Schlimmeres von der Sünde sagen, als was sie ist.

Quelle: Grace Gems
Übersetzung: TheologiaDE.blog

A. W. Pink: Unser Leid entspringt aus Gottes Herzen

Schätze der Gnade 4

Denn welchen der Herr liebhat, den züchtigt er, und er geißelt einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt (Hebräer 12:6)

Welche ich liebhabe, die Strafe und züchtige ich. (Offenbarung 3:19)

Mein Sohn, verwünsche nicht die Züchtigung des Herrn und lass dich seine Strafe nicht verdrießen;
denn welchen der Herr liebhat, den züchtigt er, wie ein Vater den Sohn, dem er wohlwill. (Sprüche 3:11-12)

Die Züchtigungen, welche Christen erfahren, entspringen aus Gottes Herzen. Weder aus seinem Zorn oder einer Verhärtung des Herzens, noch passiert sie willkürlich – die Leiden fließen aber aus dem Herzen Gottes. Die Liebe Gottes gibt an, wie er mit seinem Volk handelt.

Aus Liebe hat er uns erwählt. Es wird uns nicht warm ums Herz, wenn wir unsere Erwählung einzig und allein auf den souveränen Willen Gottes gründen. Die Liebe wird aber in uns entfacht, wenn wir lesen, „wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, damit wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe. Er hat uns vorherbestimmt zur Sohnschaft für sich selbst durch Jesus Christus, nach dem Wohlgefallen seines Willens.“ (Epheser 1:4-5)

Aus Liebe hat er uns losgekauft. Wir gelangen nicht zum Kern des Erlösungswerks – wenn wir im Kreuz nicht mehr sehen als die Befriedigung von göttlicher Gerechtigkeit und die Rechtfertigung des Gesetzes. Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat. (Johannes 3:16)

Aus Liebe hat er uns Wiedergeboren und wirksam Berufen. Von ferne her ist mir der Herr erschienen: Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Gnade. (Jeremia 31:3) Die Wiedergeburt ist nicht bloß ein Wunderwerk der göttlichen Weisheit und Kraft – es ist außerdem ein grandioses Erzeugnis von Gottes Liebe / Zuneigung.

Die Liebe Christi ist ein Festmahl das niemals enden wird! Die wunderbarste und himmlischste Freude, die das menschliche Hirn erfassen kann – ist die gefestigte Sicherheit der Liebe Gottes. (Charles Spurgeon)

Quelle in Englisch
Übersetzung: TheologiaDE.blog