H. F. Kohlbrügge: Leben in Christus

Eine Predigt von Hermann Friedrich Kohlbrügge aus dem Jahre 1873, auf Deutsch vorgelesen. Die zweite Predigt über Kolosser 3:1-10 – Teil 1 ist hier zu finden.

Quelle: http://licht-und-recht.de
Text: http://licht-und-recht.de/kohlbruegge/Schriftauslegungen_11.10.pdf

James Smith: Die Herrlichkeit des Evangeliums

Schätze der Gnade 42


„Das herrliche Evangelium des Christus“
(2. Korinther 4:4)

Das Evangelium ist eine herrliche Offenbarung der Gnade Gottes. Gott tut uns dadurch seinen Willen und Wohlgefallen kund – Sünder im Einklang mit seiner Ehre und all seines göttlichen Wesens zu erretten.

Das Evangelium enthält…
die erhabensten Lehren,
die kostbarsten Verheißungen,
und die offenherzigsten Einladungen, die man sich je vorstellen kann!

Das Evangelium erhöht den Herrn Jesus Christus und …
die Herrlichkeit seines Wesens,
die Tiefe seiner Liebe,
die unermessliche Weite seines Verdienstes,
und den unergründlichen Eifer, die abscheulichsten Sünder zu erretten!

Das Evangelium verkündigt …
Frieden, durch das Blut und die Auferstehung Gottes;
eine vollkommene, freie und komplette Errettung für alle, die seinen Namen in Wahrheit anrufen;
ein herrliches Erbe, ein ewiges Königreich, eine Krone der Ehre – und all dies, als ein Geschenk an schäbige Sünder! In anderen Worten, das Evangelium ist eine Frohe Botschaft. Eine Botschaft, die Begnadigung, Frieden, Schutz und ewiges Leben jedem anbietet, der willig ist, dies anzunehmen!

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H. F. Kohlbrügge: Suchet was droben ist!

Eine Predigt von Hermann Friedrich Kohlbrügge über das neue Leben in Christus.
Das ist der erste Teil der Predigt über Kolosser 3:1-14, Teil zwei gibt es hier.

Ein kurzer Auszug:

Da muß man denn zum Licht, zur Klarheit kommen, nicht allein um es zu verstehen, sondern auf daß man Ruhe im Herzen habe, und Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit, auf daß man das Wort stehen lasse, sich darunter beuge und bleibe bei dem Gebete, welches wir so eben mit einander gesungen haben:

„Denke nicht mehr meiner Sünde;
Ach, entbinde
Mich vielmehr von ihrer Wut!
Laß Dein ewiges Erbarmen
Mich umarmen
In dem teuren Lammesblut!“

Da klammert man sich denn fest an Christum, wahrhaftig von ganzem Herzen, und hat nichts anderes mehr, es ist sonst alles verloren; in Ihm allein ist Sicherheit, in Ihm allein Errettung.

. Aus diesem großen Tode hat Christus euch herausgezogen; Er hat euch, so tot wie ihr waret, in Sich aufgenommen; Er hat euren Tod verschlungen durch Seinen Tod, und als Er auferweckt wurde, seid ihr mit Ihm auferstanden. Das ist nun der Praxis nach offenbar geworden, als ihr glaubtet, d. i., als ihr bekehrt wurdet, als ihr aus eurem Tode ins Leben hinüber gegangen seid. Da war diese eure Auferstehung vom Tode eine Auferstehung mit Christo, und in Christo habt ihr eure Auferstehung zu suchen, – nicht in eurer Bekehrung, sondern in der Auferstehung Jesu Christi. Dieser Auferstehung seid ihr in eurer Bekehrung teilhaftig geworden. So seid ihr denn also aus eurem Tode hinweg und lebet mit Christo. Nun suchet, was droben ist! Ihr dürfet suchen euer täglich Brot, ihr dürfet trachten, daß ihr das bekommt, wozu ihr Menschen als Menschen geschaffen seid, daß ein jeder mit Gott und Ehren sich durch dieses Leben schlage, – aber die Wirksamkeit eurer Seele, die wahre Wirksamkeit der Seele sei: daß sie suche, was droben ist. Was ist denn droben? Christus! Wer ist denn das? Das ist der andere Adam, welcher Adams Schuld, worin du lagest, völlig bezahlt hat. Er sitzt nunmehr zur Rechten Gottes, indem Er Sieger ist furchtbar großer Heere; Er hat alles überwunden für euch.

Wenn die Kolosser aus sich selbst gesucht hätten, was droben ist, so hätte der Apostel nicht nötig gehabt, in dieser Weise an sie zu schreiben. Aber eben den Kolossern, obschon er sie nennt „Heilige und gläubige Brüder in Christo“, obschon er zu ihnen mit der Predigt kommt: „Ihr seid mit Christo auferstanden“, – hält er es vor: „Ihr suchet, was hienieden ist; ihr trachtet nach dem, was hienieden ist, aber trachtet doch nach dem, was droben ist“. Ist es denn so was Liebliches, zwischen Gräbern zu wandeln unter Totengebein?

Der Apostel gibt weiter die Ursache an, warum er das sagt, indem er fortfährt: „Denn ihr seid gestorben und euer Leben ist verborgen mit Christo in Gott“; das ist: „Ihr seid tot für die Dinge, welche hienieden sind, nicht durch euer Verdienst oder durch mystische Gedanken, nein, wirklich vor Gott. Er, Christus, hat euch so tot dafür gemacht, daß ihr nichts mehr damit tun könnt, wie ein Jüngling nicht mehr spielen kann mit seinen Kindersachen; das geht nicht mehr. So lange ich ein Weltkind bin, so lange ich blind bin, so lange kann ich Freude haben an Unkeuschheit, an Ungeduld, an Unfreundlichkeit; bin ich aber durch Gottes Gnade arretiert worden, so hat die Gnade mich tot gemacht, so daß ich lauter Verdruß habe an Unglaube, Ungeduld, Unkeuschheit, Unfreundlichkeit, und gestachelt werde, um mich so zu benehmen, daß ich die Früchte genieße in dem herrlichen Garten und mit dem Bräutigam die edlen balsamischen Düfte einatme der Lilien und Granatäpfel. Ihr seid gestorben, und euer Leben, das ist alles droben in Christo bei dem Vater, in Seinem Schrank. Dort steckt euer Leben.

Die ganze Predigt:

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Jonathan Edwards: Was ist die Souveränität Gottes?

Schätze der Gnade 41


Die Souveränität Gottes ist das Recht von Gott nach seinem eigenen und vollkommenen Willen zu handeln und mit seiner Schöpfung nach seinem Wohlgefallen zu verfügen. Ich werde diese Erklärung unterteilen und im Einzelnen betrachten.

  1. Gott übt seinen Willen mit völligem Wohlgefallen aus, im Gegensatz dazu gäbe es zwanghaftes Verhalten.

Menschen verrichten ihre Tätigkeiten freiwillig und doch kann es dazu kommen, dass sie diese Dinge, zu einem gewissen Grad, aus Zwang machen. Es mag sein, dass ein Mensch etwas freiwillig tut, damit meine ich, der Mensch selbst handelt und hat sich dazu entschieden zu handeln; und doch, wenn man alle Variablen zusammenzählt, kann diese Aktion von Angst getrieben sein und dem Menschen in Wirklichkeit missfallen [d.h. es geht gegen sein eigenes Verlangen]. Wenn ein Mensch aus diesem Grund agiert, dann kann man nicht von ihm sagen er würde nach seinem völligen Wohlgefallen handeln.

  1. Gott übt seinen Willen mit völligem Wohlgefallen aus, im Gegensatz dazu gäbe es einen Willen, der sich einem anderen Willen unterordnet.

Ein Sklave z.B. erfüllt alle Wünsche seines Meisters, er tut dies sogar mit Freude und Bereitwilligkeit; und doch handelt dieser Sklave nicht nach seinem eigenen, völligen Wohlgefallen. Die Heiligen tun den Willen Gottes freiwillig. Sie entscheiden sich dafür, denn es ist ihr tägliches Brot. Trotz alledem handeln sie nicht willkürlich [frei nach ihrem Belieben]; denn ihr Wille ordnet sich einem anderen Willen unter.

  1. Gott übt seinen Willen mit völligem Wohlgefallen aus, im Gegensatz dazu gäbe es verpflichtendes Handeln [z.B. die Pflicht zu handeln].

Ein Mensch mag seiner Pflicht aus freien Stücken nachgehen; und doch kann man auch hier nicht behaupten er würde es frei nach seinem Belieben tun. Eine Person, die aus reinem Wohlgefallen handelt, ist eine freie Person; eine Person, die aber dazu verpflichtet ist zu handeln, ist keine freie Person – diese Person ist gebunden. Die Souveränität Gottes setzt voraus, dass er das Recht hat, nach seinem Wohlgefallen mit seinen Kreaturen zu tun, was er will. Denn sein Recht ist uneingeschränkt und unabhängig. Ein Mensch hat vielleicht das Recht über ein paar Dinge zu verfügen; und doch ist das Recht des Menschen nicht uneingeschränkt und unerschöpflich. Ein Mensch mag auch das Recht haben mit seinen Gütern umzugehen wie er möchte und doch ist sein Recht gebunden und hat eine Grenze. Menschen haben das Recht mit ihrem Eigentum zu tun und zu lassen was sie wollen, vorausgesetzt, sie verstoßen nicht gegen das Gesetz oder gehen gegen die Gebote Gottes. Das menschliche Recht, mit dem Eigentum umzugehen wie man möchte ist nicht uneingeschränkt, da es nicht unabhängig ist. Eine Person hat kein unabhängiges Recht auf sein Eigentum. Bei manchen Gütern bestimmt sogar die Gesellschaft welches Recht man hat. Doch alle Dinge sind schlussendlich auch abhängig von Gott. Das Recht, das wir Menschen auf irgendetwas haben, haben wir von Gott. Die Souveränität Gottes bedeutet, dass er ein absolutes, uneingeschränktes und unabhängiges Recht hat, über seine Kreaturen nach seinem Wohlgefallen zu verfügen.

Text, Quelle: monergism.com | Punkt 1
Aus einer Predigt von Jonathan Edwards, hier in Deutsch vorgelesen.
Übersetzung: TheologiaDE.blog

Karsten Ernst: Wie sollen wir das Evangelium verkündigen?

I. Vorwort

Grundlage dieser kleinen Schrift ist ein Vortrag, den ich 1997 auf der Ostfahrer-Tagung in Nonnenmiss (im Schwarzwald) gehalten habe. Diese Schrift ist in der Tat nicht viel mehr als ein kirchengeschichtlicher Abriss. Vieles in diesem Vortrag ist daher nur angedeutet, und manches konnte nur sehr knapp angesprochen werden. Wer eine umfassende kirchengeschichtliche Studie zum Thema Wie sollen wir das Evangelium verkündigen? erwartet, wird von dieser Schrift sicherlich enttäuscht sein. Es werden nur ganz grundlegende Entwicklungen in der Gemeinde Jesu aufgezeigt, die uns helfen sollen, manches, was wir heute erleben, besser einzuordnen. Hoffentlich nehmen freikirchliche Leser keinen Anstoß daran, dass ich den kirchengeschichtlichen Abriss mit Luther beginne. Luther scheint vielen schon deswegen verdächtig zu sein, weil er eine freikirchliche Verfassung der Kirche ablehnte, die Wiedertäufer bekämpfte und sehr unfreundlich über die Juden sprach. Obwohl ich selber freikirchlich bin und manche Ansichten von Luther nicht teile, so kann ich doch nicht umhin, ihm meinen tiefen Respekt zu bezeugen. Ähnliches tat Spurgeon mit Calvin. Es wird nämlich allzu oft übersehen, aus welcher geistlichen Finsternis Luther die Gemeinde Jesu herausgeführt hat, wie er dem Worte Gottes wieder Geltung verschafft hat und wie durch ihn das Evangelium von der Gnade Gottes wieder in den Mittelpunkt der Verkündigung gerückt wurde. Der Genfer Reformator Calvin vergleicht ihn daher zu Recht mit einem „Erstling unter den Knechten Christi, dem wir alle viel schulden“. Und in einem Brief an Bullinger schreibt Calvin trefflich: „Selbst wenn er mich einen Teufel schelten sollte, so würde ich ihn dennoch für einen erlesenen Gottesmann halten, der freilich auch unter großen Fehlern leidet, wie er an herrlichen Tugenden reich ist.“ Ich hoffe, dass diese Schrift etliche anregt, erneut oder zum ersten Mal, in der Heiligen Schrift und in der Kirchengeschichte zu forschen und zu fragen: Wie sollen wir das Evangelium verkündigen?

Filderstadt, den 20. Juni 1997
Dr. theol. Karsten Ernst

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Westminster Bekenntnis – Kapitel 24: Von der Ehe und der Ehescheidung

Artikel 1: Ein Mann und eine Frau (0:16)
Artikel 2: Der Sinn der Ehe (0:37)
Artikel 3: Jeder darf heiraten, aber Christen nur im Herrn (0:57)
Artikel 4: Ehe ist bei zu naher Blutsverwandtschaft verboten (1:47)
Artikel 5: Scheidung bei Ehebruch und Unzucht (2:42)
Artikel 6: Näheres zur Scheidung (3:21)

John Bunyan: Wie das Herz weich bleibt (2/2)

Schätze der Gnade 40


Die Aufgabe vor uns ist: „Was kann ein Christ tun, um das gebrochene Herz in seiner Zärtlichkeit zu bewahren?“

Die Antwort darauf ist zweierlei (Schätze der Gnade 39 + 40), [nach den Warnungen,] kommen wir nun zu der Ausrichtung:

  1. Strebe nach einer tiefen Gotteserkenntnis und lass sie sanft auf deinem Herzen ruhen. Wie seine Allgegenwärtigkeit zum Beispiel: „Erfülle ich nicht den Himmel und die Erde?, spricht der Herr.“ (Jeremia 23:24).
    • Sein durchbohrendes Auge, welches alles auf Erden erspäht. Er durchstreift die Erde und sieht alles, sei es gut oder böse (Sprüche 15:3).
    • Die Erkenntnis seiner Allmacht. Er könnte den Himmel und die Erde im Handumdrehen in Staub und Asche verwandeln; sie sind wie ein Mantel oder eine Schriftrolle in seiner Hand, die er einfach kurz zusammenrollt (Hebräer 1:11-12).
    • Seine Gerechtigkeit, denn seine Zurechtweisungen sind wie ein verzehrendes Feuer (Hebräer 12:18-21).
    • Das Erfassen seiner Treue, Gott hält all seine Versprechen, darauf können wir uns verlassen; zur gleichen Zeit werden die Unbußfertigen jedoch heftig bedroht (Matthäus 5:18, 24:35; Markus 13:31).
  2. Strebe nach einer tiefen Erkenntnis der Abtrünnigkeit der Sünde, zusammen mit ihrer zerstörerischen Kraft und die Auswirkungen auf unsere Seelen. Lass die Überzeugung, dass die Sünde der einzige Feind von Gott ist, in deinem Herzen hausen und dass niemand Gott hasst, noch von Gott gehasst wird, als durch sie.
    • Merke dir gut, die Sünde verwandelte Engel in Teufel und warf sie aus dem Himmel in die Hölle.
    • Die Sünde ist der Strick, mit dem sie gefesselt vor dem Gericht erscheinen werden (2. Petrus 2:4; Judas 6).
    • Es ist die Sünde, die Adam aus dem Paradies entfernte. Wegen der Sünde wurde die alte Welt überschwemmt; Sodom und Gomorra wurde wegen ihr mit Feuer verzehrt. Es hat Christus sein Leben gekostet dich von unter dem Fluch, den die Sünde auf dich brachte, zu befreien. Das Einzige was uns schlussendlich, auf ewig, von dem Himmelreich trennt, ist die Sünde.
    • Ziehe die Höllenqualen in Betracht. Christus spricht oft von der Hölle, damit unser Herz weich bleibt. Um sicher zu gehen, spricht er wiederholt von dem Wesen der Hölle und dessen unauslöschlichen, ewigen Feuer wie auch von dem nagenden, immer lebenden Wurm (Markus 9:43-48).
  3. Betrachte den Tod im Lichte der Gewissheit, dass jeder sterben wird und der Ungewissheit, wann dies geschehen wird. Wir müssen alle gewisslich sterben und unsere Tage sind von Gott gezählt, wir jedoch, haben keinen Einblick; ebenso wenig können wir den gesetzten Zeitpunkt hinauszögern (2. Samuel 14:14; Hiob 7:1, 14:1-5). Rufe dir ebenso in Erinnerung, jeder Mensch stirbt dieser Welt nur einmal; es ist nicht möglich, nachdem man in einem schlechten Zustand [in Sünde] starb, noch einmal zurückzukommen und erneut, dieses Mal in einer besseren Verfassung [in Christus], zu sterben. „So gewiss es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht“ (Hebräer 9:27).
  4. Ziehe ebenso die schreckhafte Tatsache des letzten Gerichts in Betracht. Christus sitzt auf seinem leuchtenden, weißen Thron; die Toten werden mit einem Posaunenschall herbeigerufen; die Elemente, der Himmel und die Erde, werden beide in Flammen aufgehen; Christus trennt die Schafe von den Ziegen, wie ein Hirte; die Bücher werden geöffnet und allen wird nach ihren Werken vergolten; die Himmelspforte geht den Erlösten weit auf und der Schlund der Hölle öffnet sich um die Verdammten zu verschlingen (Apg. 5:30-31, 10:42; Matt. 25:31, 32, 34, 4; Off. 2:11; 1 Kor. 15:51; Off 20:12, 15:2; 2 Petr. 3:7, 10, 12; Röm. 2:2, 15, 16; Off. 22:12).
  5. Gedenke an Christus, wie er mit Sanftmut all die Qualen erlitt, die notwendig waren, um unsere Errettung zu bewirken. Er hätte das Recht gehabt sein Herz zu verhärten und uns seiner Gerechtigkeit zu überlassen, denn wir sind schuldig und haben es auf uns selbst gebracht. Doch er kam in Mitleid, Erbarmen und Barmherzigkeit zu uns herab und hat es vollbracht. Christus erlöste uns in aller Liebe und Erbarmen. Die liebliche Gnade aus der Höhe kam zu uns herab. Er liebt uns und hat sich selbst für uns hingegeben. Lerne von Christus, wie man barmherzig und sanftmütig lebt, und eifere danach, dein Herz in Zärtlichkeit zu Gott zu bewahren.

Quelle: John Bunyan – The Acceptable Sacrifice. Kapitel 6 / Chapter 6
Übersetzung: TheologiaDE.blog

Martin Luther: Des Königs Königreich

Eine Predigt von Martin Luther über das Königtum und Königreich Christi, dem Heiland im Alten Testament und der Dienerschaft.

Ein kurzer Auszug:

Dagegen aber, sagt Sacharja, wird dieser arme und bettlerische König eine andere Macht haben, denn sonst alle Könige und Kaiser haben, die jemals auf Erden gekommen sind, sie seien gleich so große und mächtige Herren gewesen, als nie zuvor gewesen sind. Nicht ein reicher, prächtiger, herrlicher König vor der Welt, sondern ein Gerechter und ein Heiland, der Gerechtigkeit und Seligkeit mitbringen, und Sünde und Tod angreifen, und ein Sündenfeind und Todesfeind sein soll, der allen denen von Sünden und ewigen Tod helfen will, die an ihn glauben und ihn als ihren König aufnehmen, und sich den armen, und geliehenen Esel nicht ärgern lassen. Die solches tun, denen soll die Sünde vergeben sein und der Tod nicht schaden, sondern sie sollen das ewige Leben haben. Und ob sie schon leiblich einmal Sterben und begraben werden, so soll es doch nicht ein Tod sein noch heißen, sondern nur ein Schlaf. Solches will der Prophet von diesem Könige uns lehren mit dem, daß er ihm diese zwei Namen gibt und heißt ihn gerecht und einen Heiland, der dem Tod die Zähne ausbrechen, dem Teufel den Bauch zerreißen, und also uns, die wir an ihn glauben, von Sünden, Tod frei machen soll, und unter die Engel führen, da ewiges Leben und Seligkeit ist.

Daß es nun unser König, der liebe Herr Jesus Christus, und ist dies sein Reich und Amt. Er geht nicht mit Thalern, Kronen und großen Königreichen, und weltlicher Pracht um; nein, sondern wenn wir müssen Sterben und können das Leben hier nicht länger behalten, so ist dies sein Amt und Werk, daß wir durch sein Leiden und Tod wissen, wo wir bleiben sollen; daß wir können sagen: Ich bin geheiligt durch meinen König Jesu Christum, der ist darum so elendiglich gekommen, hat sich darum an das Kreuz schlagen lassen, daß er mich heiligen wollte und in mir ersäufen meine Sünde und Tod. Wer solches also glaubt, wie er es hört und im Evangelium gepredigt wird, der hat es also. Daß er dadurch seine Gerechtigkeit dir anziehen will, daß seine Heiligkeit dein und seine Unschuld auch dein eigen sein soll. Denn wir sind elende, arme Sünder, aber er tröstet uns und spricht: Gib mir deine Sünde her, und ich gebe dir meine Gerechtigkeit und Heiligkeit; lasse dir deinen Tod abziehen und ziehe dafür mein Leben an. Das heißt eigentlich Christi Regiment. Denn all sein Amt und Werk ist dieses, daß er uns täglich Sünde und Tod ausziehe, und seine Heiligkeit und Leben uns anziehe.

der Apostel und anderer, so hier mit dem Herrn Christus zu Jerusalem einlaufen. Denn weil der Herr Christus ein König ist, so muß er auch ein Reich oder Volk haben, und das Volk muß sich mit rechtem gebührlichen Dienst gegen diesen König erzeigen. Was nun solcher Dienst sei, zeigt die Geschichte sehr fein an. Denn hier findet man Leute, die den Herrn Christum als einen König erkennen, und sich nicht scheuen, neben dem elenden Esel und armen König her zu laufen. Unter denselben sind die Apostel die ersten, die erkennen den Herrn Christum für den Rechten Messias, der gerecht machen und ein Heiland wider Sünde und Tod sein werde. Deswegen bringen sie hier dem Herrn Christus den Esel, das ist, sie weisen die Juden zu Christus, die bisher unter dem Gesetz gelebt, und solche Last, wie ein Esel, getragen hatten. Jetzt aber mit dem Esel führen sie zu Christus auch das junge Füllen, die Heiden, so noch ungezähmt und unter keinem Gesetz gewesen waren. Denn Christus ist ein Heiland aller Menschen. Deswegen alle rechtschaffenen Prediger und Lehrer die Leute zu Christus leiten und führen sollen. Das ist der eine Gottesdienst, der diesem König gebühret, daß man ihn für einen Gerechten und Heiland erkennen, annehmen, rühmen und preisen, und jedermann zu ihm weisen soll.

Die ganze Predigt:

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John Bunyan: Wie das Herz weich bleibt (1/2)

Schätze der Gnade 39


Die Aufgabe vor uns ist: „Was kann ein Christ tun, um das gebrochene Herz in seiner Zärtlichkeit zu bewahren?“

Die Antwort darauf ist zweierlei (Schätze der Gnade 39 + 40), zuerst ein paar Warnungen:

  1. Sei vorsichtig, nicht dass du die Überführungen des Geistes in deinem Herzen unterdrückst. Strebe nicht danach sie aus deinem Gewissen zu entfernen, behüte sie jedoch und nähre sie, indem du sie ganz nüchtern in Erinnerung hältst. Stelle dir selbst die Frage: „Wie wurde mein Herz verwundet?“, „Was ist der Ursprung dieser Verletzung?“ Lass sie dort im Herzen ruhen, bis durch die Gnade Gottes und das erlösende Blut Jesu, die Wunde geheilt wird.
  2. Gehe schlechtem Umgang aus dem Weg. Sich mit Menschen herumzutreiben, die eitlen Dingen nachgehen, töten so manche Überführung ab, löschen das Verlangen nach den himmlischen Dingen und warfen letztlich unzählige Menschen in die Hölle. Ein Gefährte, der die Seele nicht erbaut, verletzt sie nur. „Der Umgang mit den Weisen macht weise, wer sich aber mit Narren einlässt, dem geht es schlecht“ [Sprüche 13:20].
  3. Bewahre deine Ohren vor nichtigem Geschwätz, damit du nicht anfängst mitzumachen. „Geh weg von dem dummen Menschen! Du hörst doch nichts Gescheites von ihm“ [Sprüche 14:7]. „Der Mund des Toren wird ihm zum Verderben, und seine Lippen sind der Fallstrick seiner Seele“ [Sprüche 18:7]. „Lasst euch nicht irreführen: Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten!“ [1 Korinther 15:33].
  4. Halte vor der kleinsten Regung der Sünde Ausschau, sonst fängt man nämlich an sie zu tolerieren und schafft Raum für größere Sünden. David erlaubte seinen Augen das Herz zu stehlen und nährte unreine Gedanken in seinem Herzen. Daraus entsprang letztlich der Ehebruch und Mord. „Habt acht, ihr Brüder, damit nicht jemand unter euch verstockt wird durch den Betrug der Sünde!“ [Hebräer 3:12-13]. Merkt euch, wer versucht eine Holzkiste mit einem Brecheisen zu öffnen, muss zuerst einen kleinen Spalt finden, durch welchen er das Eisen hineindrückt.
  5. Nehmt euch vor schlechten Angewohnheiten unter Geschwistern in Acht; lasst euch von niemanden dazu anstiften etwas zu tun, das gegen das Wort Gottes geht. Der Satan versucht nämlich schlechte Angewohnheiten von gottesfürchtigen Männern zu nehmen, um dadurch andere Herzen zu verhärten. Petrus zum Beispiel vereitelte mit seinem Verhalten die Menschen in seinem Umkreis, darunter auch Barnabas. Beachte somit und vergleiche jeden Weg mit dem heiligen Wort Gottes [Galater 2:11-13].
  6. Halte dich vor dem Unglauben fern. Verwerfe nicht die Realität des Himmels und lass gottlose Gedanken nicht einmal deine Sinne kreuzen. Bedenke, der Unglaube ist das abtrünnigste und kein Herz kann seine Zärtlichkeit bewahren, wenn sie sich dem Unglauben hingibt. „Habt acht, ihr Brüder, dass nicht in einem von euch ein böses, ungläubiges Herz sei, das im Begriff ist, von dem lebendigen Gott abzufallen!“ [Hebräer 3:12]. Geht mit diesen Warnungen sorgfältig um, denn ein weiches Herz wird hierdurch bewahrt.

Quelle: John Bunyan – The Acceptable Sacrifice. Kapitel 6 / Chapter 6
Übersetzung: TheologiaDE.blog