Westminster Bekenntnis – Kapitel 24: Von der Ehe und der Ehescheidung

Artikel 1: Ein Mann und eine Frau (0:16)
Artikel 2: Der Sinn der Ehe (0:37)
Artikel 3: Jeder darf heiraten, aber Christen nur im Herrn (0:57)
Artikel 4: Ehe ist bei zu naher Blutsverwandtschaft verboten (1:47)
Artikel 5: Scheidung bei Ehebruch und Unzucht (2:42)
Artikel 6: Näheres zur Scheidung (3:21)

John Bunyan: Wie das Herz weich bleibt (2/2)

Schätze der Gnade 40


Die Aufgabe vor uns ist: „Was kann ein Christ tun, um das gebrochene Herz in seiner Zärtlichkeit zu bewahren?“

Die Antwort darauf ist zweierlei (Schätze der Gnade 39 + 40), [nach den Warnungen,] kommen wir nun zu der Ausrichtung:

  1. Strebe nach einer tiefen Gotteserkenntnis und lass sie sanft auf deinem Herzen ruhen. Wie seine Allgegenwärtigkeit zum Beispiel: „Erfülle ich nicht den Himmel und die Erde?, spricht der Herr.“ (Jeremia 23:24).
    • Sein durchbohrendes Auge, welches alles auf Erden erspäht. Er durchstreift die Erde und sieht alles, sei es gut oder böse (Sprüche 15:3).
    • Die Erkenntnis seiner Allmacht. Er könnte den Himmel und die Erde im Handumdrehen in Staub und Asche verwandeln; sie sind wie ein Mantel oder eine Schriftrolle in seiner Hand, die er einfach kurz zusammenrollt (Hebräer 1:11-12).
    • Seine Gerechtigkeit, denn seine Zurechtweisungen sind wie ein verzehrendes Feuer (Hebräer 12:18-21).
    • Das Erfassen seiner Treue, Gott hält all seine Versprechen, darauf können wir uns verlassen; zur gleichen Zeit werden die Unbußfertigen jedoch heftig bedroht (Matthäus 5:18, 24:35; Markus 13:31).
  2. Strebe nach einer tiefen Erkenntnis der Abtrünnigkeit der Sünde, zusammen mit ihrer zerstörerischen Kraft und die Auswirkungen auf unsere Seelen. Lass die Überzeugung, dass die Sünde der einzige Feind von Gott ist, in deinem Herzen hausen und dass niemand Gott hasst, noch von Gott gehasst wird, als durch sie.
    • Merke dir gut, die Sünde verwandelte Engel in Teufel und warf sie aus dem Himmel in die Hölle.
    • Die Sünde ist der Strick, mit dem sie gefesselt vor dem Gericht erscheinen werden (2. Petrus 2:4; Judas 6).
    • Es ist die Sünde, die Adam aus dem Paradies entfernte. Wegen der Sünde wurde die alte Welt überschwemmt; Sodom und Gomorra wurde wegen ihr mit Feuer verzehrt. Es hat Christus sein Leben gekostet dich von unter dem Fluch, den die Sünde auf dich brachte, zu befreien. Das Einzige was uns schlussendlich, auf ewig, von dem Himmelreich trennt, ist die Sünde.
    • Ziehe die Höllenqualen in Betracht. Christus spricht oft von der Hölle, damit unser Herz weich bleibt. Um sicher zu gehen, spricht er wiederholt von dem Wesen der Hölle und dessen unauslöschlichen, ewigen Feuer wie auch von dem nagenden, immer lebenden Wurm (Markus 9:43-48).
  3. Betrachte den Tod im Lichte der Gewissheit, dass jeder sterben wird und der Ungewissheit, wann dies geschehen wird. Wir müssen alle gewisslich sterben und unsere Tage sind von Gott gezählt, wir jedoch, haben keinen Einblick; ebenso wenig können wir den gesetzten Zeitpunkt hinauszögern (2. Samuel 14:14; Hiob 7:1, 14:1-5). Rufe dir ebenso in Erinnerung, jeder Mensch stirbt dieser Welt nur einmal; es ist nicht möglich, nachdem man in einem schlechten Zustand [in Sünde] starb, noch einmal zurückzukommen und erneut, dieses Mal in einer besseren Verfassung [in Christus], zu sterben. „So gewiss es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht“ (Hebräer 9:27).
  4. Ziehe ebenso die schreckhafte Tatsache des letzten Gerichts in Betracht. Christus sitzt auf seinem leuchtenden, weißen Thron; die Toten werden mit einem Posaunenschall herbeigerufen; die Elemente, der Himmel und die Erde, werden beide in Flammen aufgehen; Christus trennt die Schafe von den Ziegen, wie ein Hirte; die Bücher werden geöffnet und allen wird nach ihren Werken vergolten; die Himmelspforte geht den Erlösten weit auf und der Schlund der Hölle öffnet sich um die Verdammten zu verschlingen (Apg. 5:30-31, 10:42; Matt. 25:31, 32, 34, 4; Off. 2:11; 1 Kor. 15:51; Off 20:12, 15:2; 2 Petr. 3:7, 10, 12; Röm. 2:2, 15, 16; Off. 22:12).
  5. Gedenke an Christus, wie er mit Sanftmut all die Qualen erlitt, die notwendig waren, um unsere Errettung zu bewirken. Er hätte das Recht gehabt sein Herz zu verhärten und uns seiner Gerechtigkeit zu überlassen, denn wir sind schuldig und haben es auf uns selbst gebracht. Doch er kam in Mitleid, Erbarmen und Barmherzigkeit zu uns herab und hat es vollbracht. Christus erlöste uns in aller Liebe und Erbarmen. Die liebliche Gnade aus der Höhe kam zu uns herab. Er liebt uns und hat sich selbst für uns hingegeben. Lerne von Christus, wie man barmherzig und sanftmütig lebt, und eifere danach, dein Herz in Zärtlichkeit zu Gott zu bewahren.

Quelle: John Bunyan – The Acceptable Sacrifice. Kapitel 6 / Chapter 6
Übersetzung: TheologiaDE.blog

Martin Luther: Des Königs Königreich

Eine Predigt von Martin Luther über das Königtum und Königreich Christi, dem Heiland im Alten Testament und der Dienerschaft.

Ein kurzer Auszug:

Dagegen aber, sagt Sacharja, wird dieser arme und bettlerische König eine andere Macht haben, denn sonst alle Könige und Kaiser haben, die jemals auf Erden gekommen sind, sie seien gleich so große und mächtige Herren gewesen, als nie zuvor gewesen sind. Nicht ein reicher, prächtiger, herrlicher König vor der Welt, sondern ein Gerechter und ein Heiland, der Gerechtigkeit und Seligkeit mitbringen, und Sünde und Tod angreifen, und ein Sündenfeind und Todesfeind sein soll, der allen denen von Sünden und ewigen Tod helfen will, die an ihn glauben und ihn als ihren König aufnehmen, und sich den armen, und geliehenen Esel nicht ärgern lassen. Die solches tun, denen soll die Sünde vergeben sein und der Tod nicht schaden, sondern sie sollen das ewige Leben haben. Und ob sie schon leiblich einmal Sterben und begraben werden, so soll es doch nicht ein Tod sein noch heißen, sondern nur ein Schlaf. Solches will der Prophet von diesem Könige uns lehren mit dem, daß er ihm diese zwei Namen gibt und heißt ihn gerecht und einen Heiland, der dem Tod die Zähne ausbrechen, dem Teufel den Bauch zerreißen, und also uns, die wir an ihn glauben, von Sünden, Tod frei machen soll, und unter die Engel führen, da ewiges Leben und Seligkeit ist.

Daß es nun unser König, der liebe Herr Jesus Christus, und ist dies sein Reich und Amt. Er geht nicht mit Thalern, Kronen und großen Königreichen, und weltlicher Pracht um; nein, sondern wenn wir müssen Sterben und können das Leben hier nicht länger behalten, so ist dies sein Amt und Werk, daß wir durch sein Leiden und Tod wissen, wo wir bleiben sollen; daß wir können sagen: Ich bin geheiligt durch meinen König Jesu Christum, der ist darum so elendiglich gekommen, hat sich darum an das Kreuz schlagen lassen, daß er mich heiligen wollte und in mir ersäufen meine Sünde und Tod. Wer solches also glaubt, wie er es hört und im Evangelium gepredigt wird, der hat es also. Daß er dadurch seine Gerechtigkeit dir anziehen will, daß seine Heiligkeit dein und seine Unschuld auch dein eigen sein soll. Denn wir sind elende, arme Sünder, aber er tröstet uns und spricht: Gib mir deine Sünde her, und ich gebe dir meine Gerechtigkeit und Heiligkeit; lasse dir deinen Tod abziehen und ziehe dafür mein Leben an. Das heißt eigentlich Christi Regiment. Denn all sein Amt und Werk ist dieses, daß er uns täglich Sünde und Tod ausziehe, und seine Heiligkeit und Leben uns anziehe.

der Apostel und anderer, so hier mit dem Herrn Christus zu Jerusalem einlaufen. Denn weil der Herr Christus ein König ist, so muß er auch ein Reich oder Volk haben, und das Volk muß sich mit rechtem gebührlichen Dienst gegen diesen König erzeigen. Was nun solcher Dienst sei, zeigt die Geschichte sehr fein an. Denn hier findet man Leute, die den Herrn Christum als einen König erkennen, und sich nicht scheuen, neben dem elenden Esel und armen König her zu laufen. Unter denselben sind die Apostel die ersten, die erkennen den Herrn Christum für den Rechten Messias, der gerecht machen und ein Heiland wider Sünde und Tod sein werde. Deswegen bringen sie hier dem Herrn Christus den Esel, das ist, sie weisen die Juden zu Christus, die bisher unter dem Gesetz gelebt, und solche Last, wie ein Esel, getragen hatten. Jetzt aber mit dem Esel führen sie zu Christus auch das junge Füllen, die Heiden, so noch ungezähmt und unter keinem Gesetz gewesen waren. Denn Christus ist ein Heiland aller Menschen. Deswegen alle rechtschaffenen Prediger und Lehrer die Leute zu Christus leiten und führen sollen. Das ist der eine Gottesdienst, der diesem König gebühret, daß man ihn für einen Gerechten und Heiland erkennen, annehmen, rühmen und preisen, und jedermann zu ihm weisen soll.

Die ganze Predigt:

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John Bunyan: Wie das Herz weich bleibt (1/2)

Schätze der Gnade 39


Die Aufgabe vor uns ist: „Was kann ein Christ tun, um das gebrochene Herz in seiner Zärtlichkeit zu bewahren?“

Die Antwort darauf ist zweierlei (Schätze der Gnade 39 + 40), zuerst ein paar Warnungen:

  1. Sei vorsichtig, nicht dass du die Überführungen des Geistes in deinem Herzen unterdrückst. Strebe nicht danach sie aus deinem Gewissen zu entfernen, behüte sie jedoch und nähre sie, indem du sie ganz nüchtern in Erinnerung hältst. Stelle dir selbst die Frage: „Wie wurde mein Herz verwundet?“, „Was ist der Ursprung dieser Verletzung?“ Lass sie dort im Herzen ruhen, bis durch die Gnade Gottes und das erlösende Blut Jesu, die Wunde geheilt wird.
  2. Gehe schlechtem Umgang aus dem Weg. Sich mit Menschen herumzutreiben, die eitlen Dingen nachgehen, töten so manche Überführung ab, löschen das Verlangen nach den himmlischen Dingen und warfen letztlich unzählige Menschen in die Hölle. Ein Gefährte, der die Seele nicht erbaut, verletzt sie nur. „Der Umgang mit den Weisen macht weise, wer sich aber mit Narren einlässt, dem geht es schlecht“ [Sprüche 13:20].
  3. Bewahre deine Ohren vor nichtigem Geschwätz, damit du nicht anfängst mitzumachen. „Geh weg von dem dummen Menschen! Du hörst doch nichts Gescheites von ihm“ [Sprüche 14:7]. „Der Mund des Toren wird ihm zum Verderben, und seine Lippen sind der Fallstrick seiner Seele“ [Sprüche 18:7]. „Lasst euch nicht irreführen: Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten!“ [1 Korinther 15:33].
  4. Halte vor der kleinsten Regung der Sünde Ausschau, sonst fängt man nämlich an sie zu tolerieren und schafft Raum für größere Sünden. David erlaubte seinen Augen das Herz zu stehlen und nährte unreine Gedanken in seinem Herzen. Daraus entsprang letztlich der Ehebruch und Mord. „Habt acht, ihr Brüder, damit nicht jemand unter euch verstockt wird durch den Betrug der Sünde!“ [Hebräer 3:12-13]. Merkt euch, wer versucht eine Holzkiste mit einem Brecheisen zu öffnen, muss zuerst einen kleinen Spalt finden, durch welchen er das Eisen hineindrückt.
  5. Nehmt euch vor schlechten Angewohnheiten unter Geschwistern in Acht; lasst euch von niemanden dazu anstiften etwas zu tun, das gegen das Wort Gottes geht. Der Satan versucht nämlich schlechte Angewohnheiten von gottesfürchtigen Männern zu nehmen, um dadurch andere Herzen zu verhärten. Petrus zum Beispiel vereitelte mit seinem Verhalten die Menschen in seinem Umkreis, darunter auch Barnabas. Beachte somit und vergleiche jeden Weg mit dem heiligen Wort Gottes [Galater 2:11-13].
  6. Halte dich vor dem Unglauben fern. Verwerfe nicht die Realität des Himmels und lass gottlose Gedanken nicht einmal deine Sinne kreuzen. Bedenke, der Unglaube ist das abtrünnigste und kein Herz kann seine Zärtlichkeit bewahren, wenn sie sich dem Unglauben hingibt. „Habt acht, ihr Brüder, dass nicht in einem von euch ein böses, ungläubiges Herz sei, das im Begriff ist, von dem lebendigen Gott abzufallen!“ [Hebräer 3:12]. Geht mit diesen Warnungen sorgfältig um, denn ein weiches Herz wird hierdurch bewahrt.

Quelle: John Bunyan – The Acceptable Sacrifice. Kapitel 6 / Chapter 6
Übersetzung: TheologiaDE.blog

H. F. Kohlbrügge: Der Herr ist mein Teil!

Eine Predigt von Hermann Friedrich Kohlbrügge über die Zuversicht eines Christen.

Ein kurzer Auszug:

Ich meinte, urteilen zu können über Glück und Unglück, aber wie war ich doch unwissend vor Dir, wie ein junges Kalb, das man nicht über den Weg bringen kann. Und dennoch, Gott, was sehe ich! Wie groß ist Dein Erbarmen! Das hast Du mir alles gezeigt, hast gesehen meinen Unverstand, dass ich wie ein Tier war vor Dir, und Du hast mich nicht in die Hölle geschleudert, sondern hältst mich fest, lehrest mich und hast Geduld mit mir und deckst mir auf den Weg des einen und des andern. Ich muss Dir recht geben in Deinen Worten, ich erkenne Deine Gnade und Treue; darum bleibe ich bei Dir, stets an Dir; denn wäre es nicht Dein ewiges Erbarmen, ich wäre dahingegangen und wäre ein Spielball der Welt und eine Beute des Teufels geworden in meinem Unverstand. Du hältst mich fest, – das erkenne ich jetzt, – bei Deiner rechten Hand. Du leitest mich nach Deinem, – nicht nach meinem Rat, und endlich, ja endlich, wenn alle andern beschämt auskommen werden, wirst Du mich annehmen mit Ehren! Darum, da hast Du Weg und Herz, da hast Du Glück und Unglück, Gegenwart und Zukunft, alle meine Erwartungen! Wenn ich nur Dich habe, was frage ich dann nach Glück und Unglück, nach Gut und Böse, was nach Himmel, was nach Erde, dass der Teufel mich wieder damit berücken sollte? Habe ich Dich, so habe ich alle Glückseligkeit, alle Ehre, Reichtum, Durchkommen durch Schmerz und Leid! Mein Leib und meine Seele mögen verschmachten, es geht mich nichts an, Du bist doch allezeit der Trost meines Herzens.

Wenn die Eltern unverständig sind, so hören sie auf das Schreien und Verlangen des Kindes; sind sie aber verständig, so nehmen sie es in Zucht und lassen ihm den Willen nicht. Das tut Gott auch nicht. Er lässt die Seinigen eine Weile lästern, aber sind sie begnadigt mit der Heiligung des Geistes, so mögen noch so viel solcher unreinen Gedanken aufkommen in dem Herzen, der Geist wird ihnen keine Ruhe lassen, sondern sie fragen: „Willst du ein Geselle des Teufels sein, oder derer, die Gott fürchten?“ – Da wird man denn stille und doch nicht stille; denn die Vernunft ruht nicht, Fleisch und Blut wollen nicht schweigen; da leitet denn aber der Geist ins Heiligtum hinein und lehrt uns auch wohl durch die tägliche Erfahrung, wenn wir nur Augen dafür hätten und ein dankbares Herz, was das Ende der Welt ist. Da gibt denn aber eben dieser Psalm Trost, wo wir uns also fühlen und befinden, dass es uns im Herzen wehe tut und in den Nieren sticht, dass wir uns demütigen vor Gott: Er wolle die unreinen Gedanken hinwegnehmen, auf dass wir als rechte Kriegsknechte unsers Königs in Seinen Befehlen bleiben. Da kommt denn Gott und demütigt uns, dass wir uns wahrhaftig demütigen und bekennen, wir seien wie Narren und wissen nichts, wie ein Tier vor ihm, ein dummes Tier, womit man nichts anfangen kann; – man will es über einen Weg haben, es fährt aber mit seinem Kopf bald hierhin, bald dorthin. Da kommt dann aber das Bekenntnis: „Mein Gott, was wäre aus mir geworden, wenn Du mir meinen Weg gelassen, mir meinen Willen gegeben hättest! Was Du mir zugeteilt hattest, das war herrlich, das war köstlich, aber beinahe hätte der Teufel es mir aus der Hand gezaubert; und was er mir dafür vorhielt, war wertloses Glas. Und ich stand da und dachte, es sei kein Unterschied zwischen den Gottlosen und Frommen, zwischen den Gerechten und Ungerechten; da kamst Du aber in Deiner Erbarmung dazwischen und ließest mich hineingehen in Deine Herrlichkeit. Jetzt bekenne ich: ich bleibe stets an Dir! Ja, es ist ewige Liebe und Erbarmung, dass Du mich hältst an Deiner Rechten; ja, Du leitest mich nach Deinem Rat!“

So es ist denn Gottes Rat, dass Er die Seinen selig machen will, dass Er die Seinen dauerhaft glücklich haben will, dass Er den Seinen will Ruhe und Frieden verschaffen, sie in aller Gottseligkeit halten, welche ja die Verheißung hat dieses und jenes Lebens, dass sie also zufrieden seien, glücklich und froh ihren Weg weiter ziehen, bei aller Trübsal, welche die Welt und die Frommen trifft, geduldig seien, und also gehalten und von oben getragen werden auf den Fittichen des Psalms, des Lobes des Allmächtigen, des starken Gottes Jakobs, und bei allem Widerspiel die Zuflucht nehmen zu Ihm und das Herz ausschütten vor Dem, der gesagt: „Rufe Mich an in der Zeit der Not, so will Ich dich erhören, und du sollst Mich preisen“. Es ist also Gottes Rat, dass Seine Weisheit, Treue, Güte recht von uns erkannt, gepriesen und genossen werde. Es ist Gottes Rat, so wir trachten nach dem Königreiche Gottes, uns alles Irdische noch obendrein zuzuwerfen, – wenn auch Gott mitunter einen Tod schickt, der ein Tod ist für die Augenlust, die Fleischeslust und das hoffärtige Wesen, das nicht vom Vater ist, sondern aus dem Argen.

Die ganze Predigt:

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John Bunyan: Ein weiches Herz

Schätze der Gnade 38


Ich zeige euch nun auf, wie wertvoll es ist ein weiches Herz zu bewahren. Denn es ist eine wunderbare Sache, ein zerbrochenes und weiches Herz zu haben.

  1. Ein weiches Herz zu bewahren bedeutet, sich allezeit davor zu hüten zu sündigen. Christen fangen erst an mit der Sünde zu spielen und letztlich nachzugeben, wenn das Herz an ihrer Zärtlichkeit verloren hat. Ein weiches Herz wird stark getroffen, wenn es sieht oder hört, wie jemand anderes sündigt. Noch viel schlimmer ist es, selbst zu sündigen, daher fürchtet sich das weiche Herz davor zu sündigen (2. Könige 22:19).
  2. Ein weiches Herz eilt sich im Gebet hinzugeben, es zögert nicht und schlägt, wenn nötig, sogar haken ein. Erst wenn unser Herz an Zärtlichkeit verloren hat, fangen wir an umherzuschlendern und vom Gebet abzukehren; das Herz fängt dann an kalt, flach, formell und fleischlich zu werden und dass in einer solch heiligen Pflicht.
  3. Ein weiches Herz ist allezeit bereit Buße über ihre Schuld zu tun. Mag es ein noch so kleiner Fehltritt oder sündhafte Gedanke sein. Oftmals ist es dann so, dass selbst das beste Werk eine Beleidigung ist; doch wenn ein Herz an Zärtlichkeit verloren hat, dann sagt es Dinge wie: „ich habe noch nach der Buße zu suchen“. In solchen Fällen ist das Herz schon verhärtet – man hat die Gesinnung der Buße, die man einst hatte, verloren. Ebenso geschah es mit der Gemeinde in Korinth. Sie faulten vor sich hin und verloren dabei die Zärtlichkeit ihrer Herzen, daraus entsprangen Sünden – ja, scheußliche Sünden – von denen keine Buße getan wurde (2. Korinther 12:20).
  4. Ein weiches Herz strebt danach, in der Gemeinschaft mit Gott zu leben. Doch wenn das Herz an Zärtlichkeit verliert und dass obwohl, der Same der Gnade im Herzen ist, lebt man in Gleichgültigkeit vor sich hin, man isst, trinkt, schläft und wacht auf und dass mehrere Tage ohne Ihn (Jesaja 17:10; Jeremia 2:32).
  5. Ein weiches Herz ist wachsam und auf Bereitschaft. Es hält Ausschau nach Sünde in der eigenen Seele, in der Familie, in den täglichen Verrichtungen, in den geistlichen Aufgaben etc. Es ist ebenso auf der Hut vor dem Satan, der Welt und dem Fleisch. Wenn das Herz aber auf der anderen Seite an Zärtlichkeit verloren hat, versinkt es in einen Schlaf, hört dabei auf bereit zu sein und wird träge. Das eigene Herz, die Familie und unsere Arbeiten leiden darunter. Kurz gesagt, wir beflecken und verschmutzen uns mit der Sünde und all diese Bereiche werden darunter leiden, denn dies ist die Auswirkung, wenn ein Herz sich von Gott abwendet.
  6. Ein weiches Herz ist bereit sich selbst zu verleugnen und dass selbst in Dingen, die an und für sich erlaubt sind und man die Freiheit besitzt – ganz egal für wen, sei es ein Heide oder ein Bruder, es möchte nämlich keinen Anstoß geben. Ein Herz jedoch, welches an Zärtlichkeit verloren hat, ist weit davon entfernt sich selbst zu leugnen und treibt es sogar so weit, verbotene Dinge mit einzubringen, ganz egal wer dabei einen Anstoß nimmt, sich beleidigt fühlt oder geschwächt wird. Ein ganz klares Beispiel dafür finden wir in der Schrift, sobald dieser Mann ein weiches Herz hatte, fürchtete er sich selbst vor der kleinsten Übertretung. Doch als sein Herz sich verhärtete, nahm er sich Bathsheba um seine Lust zu befriedigen und tötete ihren Ehemann um seine Bosheit zu verdecken.
  7. Ein weiches Herz nimmt Hiebe, Schläge und die väterliche Zucht an, es fürchtet sich nämlich vor dem Beweggrund, da es weiß, dass der Anlass die Sünde ist. „Gegen den Reinen erzeigst du dich rein, aber dem Hinterlistigen trittst du entgegen!“ (2 Samuel 22:27; Psalm 18:25-27).Das Volk Gottes erleidet viele Zurechtweisungen und Hiebe durch ihr eigenes, närrisches Verhalten. In gewisser Weise sind sie unnötig, damit meine ich, sie wären nicht notwendig, doch wegen unsrer Eitelkeit werden sie uns zuteil. Sonst würden wir in Gefahr Laufen und uns in unserer Torheit brüsten. Aus diesem Grund wird der geschmähte auch ein Tor genannt, denn es ist seine Torheit, die ihn diese Schmähungen einbrockte. „Die Toren“ sprach David „litten wegen ihres sündigen Wandels und um ihrer Ungerechtigkeit willen“ (Psalm 107:17). Daher nennt David seine Sündhaftigkeit auch seine Torheit. „Denn er wird Frieden zusagen seinem Volk und seinen Getreuen— nur dass sie sich nicht wieder zur Torheit wenden!“ (Psalm 85:8; Psalm 38:5). „Wenn seine Söhne mein Gesetz verlassen, so will ich ihre Abtrünnigkeit mit der Rute heimsuchen und ihre Missetat mit Schlägen“ (Psalm 89:30-32).

Quelle: John Bunyan – The Acceptable Sacrifice. Kapitel 5 / Chapter 5
Übersetzung: TheologiaDE.blog

John Bunyan – Der heilige Krieg: 1. Teil, 3. Kapitel – Trauriger Zustand der Stadt und Pläne zu ihrer Errettung

Aus dem Buch „Der heilige Krieg“ von John Bunyan (17. Jahrhundert), Kapitel 3 vorgelesen. Ein allegorisches Buch wie auch „Die Pilgerreise“.

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Martin Luther: Vom großen Fischfang

Eine Predigt von Martin Luther über das Verrichten der täglichen Arbeiten, das Hören des Wortes Gottes [Luther meint hier die Predigt] und der Barmherzigkeit Gottes.

Ein kurzer Auszug:

Dieses aber dreht der Herr hier um, heißt Petrus auf die Höhe, das ist, wohl hinein auf die See fahren; und da sie zuvor die ganze Nacht nichts gefangen hatten, heißt er jetzt um den Mittag das Netz auswerfen. Solches fehlte Petrus wohl, dass es nicht aus der Kunst und aus dem Beruf geredet ist, antwortet deswegen sehr höflich: Ei, Herr, spricht er, wir haben die ganze Nacht gearbeitet, und nichts gefangen; und so es unserer Kunst nachgehen soll, ist wenig Hoffnung dabei, dass wir jetzt etwas fangen sollen. Aber dennoch auf dein Wort will ich es wagen; wo dasselbe nicht etwas Besonderes schafft, so ist es verloren.

Dies ist eine sehr feine, höfliche Antwort; denn sonst sollte er anders geantwortet haben: Lieber, lehre mich nicht; ich weiß gewiss, wie man Fische fangen soll, was du mir nicht lehren kannst. Predigen und Fischen ist zweierlei. Jenes kannst du; so kann ich das. Ich will dich nicht lehren predigen; lehre du mich auch nicht Fische fangen. Also würden wir vielleicht unserem Herrn auch geantwortet haben. Denn das ist unsere Art und Natur, dass wir immer klüger sein wollen, denn unser Herr Gott. Aber Petrus ist frömmer, lässt solche Gedanken alle fallen, und denkt: Ich kann vom Fischfang wissen was ich will, so will ich doch dies Wort nicht verachten, sondern ihm folgen. Hängt sich also mit ganzem Herzen an das Wort, und lässt Vernunft, Erfahrung und alles fallen.

Darum soll niemand darüber unlustig oder unwillig werden, wenn er gleich mit Petrus eine Nacht vergebens fischt. Denn sollte Petrus diesen reichen Fischzug bei Nacht getan haben, würde er gedacht haben, es wäre seine Kunst und Arbeit gewesen, er bedürfte sonst niemand anderen dazu. Weil er aber die ganze Nacht fischt und nichts fängt, und der Herr ihn zuvor das Wort gibt und heißt ihn es noch einmal versuchen: da muss Petrus begreifen, dass er es nicht getan hat; das Wort Gottes und der Segen Gottes haben es getan, seine Arbeit nicht.

Im Gewissen geht es so zu: Wenn Gott mit seiner Gnade kommt, Vergebung der Sünden und ewiges Leben umsonst durch Christus verheißt, da wird die Gnade so groß, dass man denkt, es sei zu viel, und können es nicht annehmen. Das kann man wohl glauben, dass Gott gnädig und barmherzig sei; aber dass er uns so überaus wollen gnädig sein, dass will in das schlechte Herz nicht hinein. Jedermann denkt: Wenn ich so rein und fromm wäre wie die Jungfrau Maria, so wollte ich mich solcher Gnade auch trösten und annehmen; aber ich bin ein Sünder, bin der Gnade nicht wert, sondern der Ungnade und des Zorns. Da schlägt dann der Teufel auch zu, der bläst die Sünde im Herz dermaßen hoch, dass du nichts anderes sehen kannst als deine Unwürdigkeit, und muss also vor der großen, überschwänglichen Gnade erschrecken. Dies ist eine geistliche Anfechtung, von der rohe Leute nichts wissen und merken.

Was bin ich? Denken sie; bin ich es doch nicht wert, dass Gott mir soll so gnädig sein.

Denn weil ihr als arme Sünder nicht würdig seid, ist es sein gnädiger Wille, dass er es euch umsonst und aus Gnaden geben will. Darum erschreckt nicht davor; nehmt es mit Liebe und Dank an. Denn so Gott uns nicht sollte etwas geben, wir hätten es denn verdient und wären es würdig, so sollte er uns kaum das liebe Brot und bloß Wasser geben. Aber er will nicht auf unser Verdienst und Würdigkeit, sondern auf unsere Not und seine Gnade und Barmherzigkeit sehen, und über den leiblichen Segen auch das ewiges Leben schenken.

Die ganze Predigt:

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James Smith: Was mein ist, das ist dein!

Schätze der Gnade 37


Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verherrlicht.
(Johannes 17:10)

Die Erwählten werden hier von Jesus in Anspruch genommen. Er spricht: „die du mir aus der Welt gegeben hast; sie waren dein, und du hast sie mir gegeben“ [Joh. 17:6]. Durch das Werk der Erlösung gehören sie mir – und dir durch die Erwählung!

Die Erwählung, Erlösung, Heiligung und Verherrlichung –  sind alles göttliche Werke.
Alle, die vom Vater erwählt wurden – hat der Sohn erlöst;
alle, die vom Sohn erlöst wurden – werden vom Heiligen Geist geheiligt;
und alle …
die vom Vater erwählt,
durch den Sohn erlöst,
und durch den Geist geheiligt wurden –
werden mit Sicherheit in Ewigkeit verherrlicht!

Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.
Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen,
die er aber berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt,
die er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht.
(Römer 8:29-30)

Die Gemeinde des Sohnes sind die Kinder des Vaters;
die Geliebten vom Vater machen die Braut des Sohnes auf;
das Eigentum des Vaters ist der Anteil des Sohnes.

„Alles, was mein ist“ – meine Jünger, meine Freunde, meine Schafe – „ist dein.“
Gott der Vater, der Schöpfer, gibt sie dem Sohn, dem Erlöser.
Der Sohn, der Erlöser, übergibt sie dem Geist, der heiligt.
Der Geist Gottes wirkt in ihnen alles Gute und Gottwohlgefällige und führt sie zum Sohn Gottes – der Sohn Gottes wiederum stellt sie Gott dem Vater „als eine Gemeinde vor, die herrlich sei, sodass sie weder Flecken noch Runzeln noch etwas Ähnliches habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei!“ [Eph. 5:27].

Quelle: Grace Gems 10.2012
Übersetzung: TheologiaDE.blog

F. W. Krummacher: Der Weg des Heils

Eine Predigt von Friedrich-Wilhelm Krummacher über die Gnade der Offenbarung Gottes und der Zuversicht des Evangeliums.

Ein kurzer Auszug:

Siehe, ein Gottesstuhl taucht vor uns auf, nicht mehr in eitel Feuerflammen brennend, sondern vom Regenbogenglanz des Friedens überbreitet; mit Blut genetzt zwar seine Veste, aber nicht zum Wahrzeichen mehr eines drohenden Gerichts. An seinen Stufen, statt des alten: „Verflucht ist Jedermann, der nicht bleibt in Allem, das geschrieben steht im Buche des Gesetzes, dass er es tue,“ jetzt die süße Inschrift: „Selig sind, die da hungern und dürsten nach Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden!“ Zu seiner Seite, statt des Schwertes und der richterlichen Waage, jetzt der Palmzweig und die weiße Flagge der Versöhnung. Kein Cherub mehr, der den Zugang bewache; freie Gasse jetzt, auch für den Schächer, auch für den Zöllner. Keine Schranke mehr, wie dort am Sinai, mit der Aufschrift: Fern, ihr Profanen! Eine offene Pforte jetzt, und drüber die Ladung: „Kommet her Mühselige und Beladene, und lasst euch erquicken!“

„Lasset uns, ruft der Apostel, mit Freudigkeit hinzutreten zu dem Gnadenthron!“ O, ich denke, Brüder, wir ergreifen des Apostels Hand, und rufen wie aus einem Munde: „Ja, ja, wir gehen mit dir!“ O wie viele Tausende haben vor diesem Thron schon ihre Knie gebeugt; wie viele Millionen sind aller ihrer Lasten für Zeit und Ewigkeit hier los und ledig worden. Und nicht Zöllner und arme Schächer drückten hier ihr Antlitz selig weinend in den Staub. Große Dichter legten hier ihre Harfen nieder, und wollten hinfort das Lied des Lammes nur singen. Weltberühmte Philosophen brachten ihre Lehrsysteme hierher, und übergaben sie den Opferflammen, freudig bekennend, dass die einzig wahre und Frieden bringende Philosophie in Christo ruhe. Gepriesene Gelehrte haben hier ihrem Gott gedankt, wieder zu Kindern geworden zu sein, um solcher Seligkeit mit teilhaftig zu werden. Lorbeergeschmückte Helden und Gewaltige der Erde haben hier ihre Kränze, Kronen und Diademe hingeworfen, und huldigend ausgerufen: „Du, du allein bist würdig! Anbetung dir und Preis und ewige Ehre!“

Gar Manches in der Schrift will uns als Torheit erscheinen, bis wir vom heiligen Bedürfnis nach der Gemeinschaft Gottes getrieben der Schrift uns nahen. Dann entdecken wir sofort, wo wir vorher nur Anstoß und Wirrwarr gewahrten, die heiligste und tiefste Gottesweisheit.  „Also zuerst doch“, sagt ihr, „ein vertrauensvolles Hingeben an das Wort der Schrift?“ Ja Brüder, so beginnt der Weg des Lichtes und des Heils. Zuerst ein aus der Not des nach Gnade durstenden Herzens geborenes Sich-Hinwerfen auf das ewige Evangelium, weil jeder andere Boden unter unsren Füßen wankte; zuerst ein passives Ergriffenwerden von Jesu Christo: denn eine göttliche Tat macht und begründet den Anfang unseres Gnadenstandes; aber dann ist das Ergreifen an uns, und wir ergreifen Christum, und dringen tiefer und tiefer in die Hallen der ewigen Wahrheit ein, und finden nun, wie darin Alles im höchsten Sinne des Wortes so überaus vernünftig ist. Und während die Welt nun von uns sagt: „die Menschen haben aufgehört zu denken,“ haben wir erst recht zu denken angefangen, nachdenkend, nachdem uns das Vordenken nicht zum Ziele brachte. Und o welch’ eine unübersehbare Welt der tiefsten Gottesgedanken hat eben jetzt erst unserer Reflexion sich aufgetan, zumal wenn wir sie mit dem Gebiet seichter und haltloser Überlegung vergleichen, auf dem wir uns bisher herumgetrieben

Wisset aber, nur in Christo wird man des lebendigen Gottes als des seinigen sich bewusst; außer Ihm, in dem der Ewige uns fasslich und in Gnaden nahetrat, hat man keinen Gott, geschweige denn Vater. Nur in Christo verstehen und erfassen wir Gottes Herz; fern von Ihm, dem großen Mittler, bleibt uns statt Gottes ein toter Gedanke nur, ein leerer Name. Nur in Christo neigt uns der Allmächtige sein Friedenszepter zu; in der Abgeschiedenheit von Ihm, der uns priesterlich vertritt, bleiben wir Knechte, die ihr Leben lang in Furcht des Todes ihre Straße ziehen. Nur in Christo erschließt sich uns die himmlische Welt, über deren Bildern das Verwelken der Erdenkränze zu verschmerzen o, so leicht ist; außer seiner, des Himmelsfürsten, beseligender Gemeinschaft bleiben wir an der Scholle gekettet, und mit dem luftigen Bau unserer zeitlichen Herrlichkeit stürzt unser Himmel ein, um ach! hinfort der Hölle für ihre Ansprüche auf unser Leben Raum zu machen. Weil dem aber also ist, so rufe ich noch einmal, teure Freunde, hinein in eure Mitte so zärtlich, wie die innigste Liebe es nur rufen kann, so bittend, wie einem Botschafter an Christ Stelle es ziemt, so allgemein und freudig, wie es durch den großen Hohenpriester geöffnete Bahn gestattet, so dringend, wie es der sehnliche Wunsch erheischt, der mein ganzes Herz erfüllt, der Wunsch, wir möchten uns heute nicht zum letzten Male so vor dem Herrn vereint gesehen haben, sondern einst in jenem schönen Tempel, wo das ewige Halleluja dem erwürgten Lamm gesungen wird, uns alle, alle wiederum zusammen finden; – so, sag ich, ruf ich noch einmal, und ach, dass der Herr den Ruf mit seinem lebendig machenden Odem begleiten, und mit glücklichstem Erfolge krönen wollte: „Lasset uns hinzugehen mit Freudigkeit zum Gnadenthron, auf dass wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden auf die Zeit, wenn uns wird Hilfe not sein!“ Amen.

Die ganze Predigt:

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