John Owen – Keine Besserung irgendeiner natürlichen Veranlagung

Die Abtötung der Sünde besteht nicht in der Verbesserung einer ruhigen, gelassenen Natur. Manche Menschen genießen aufgrund ihres natürlichen Wesens einige Vorteile, solange sie nicht wie viele andere der Gewalt von unmäßigen Leidenschaften und ungestümen Neigungen ausgesetzt sind. Wenn nun diese Menschen ihre natürliche Veranlagung und das Temperament durch Disziplin, Überlegungen und Vernunft verbessern, so können sie vor sich selbst und anderen als Personen dastehen, welche die Sünde wirklich abgetötet haben. Währenddessen kann aber ihr Herz ein stehender Pfuhl voller Abscheulichkeiten bleiben. Der eine Mensch ist vielleicht sein ganzes Leben weder durch Ärger noch durch Leidenschaften aufgebracht und auch anderen bereitet er keine Schwierigkeiten, wohingegen eine andere Person täglich für sich selbst und für andere ein Problem darstellt. Und doch kann der Letztgenannte mehr dazu beigetragen haben, seine Sünde abzutöten, als der erste. Die Menschen sollen sich nicht bemühen, ihre Abtötung der Sünde durch Dinge zu erreichen, für die ihnen das natürliche Temperament weder Leben noch Vitalität verleiht. Vielmehr sollen ihnen Selbstverleugnung, Unglaube, Neid und andere geistliche Sünden bewusst werden; dann werden sie mehr Einsicht über sich selbst gewinnen.

Aus dem Buch: „Von der Abtötung der Sünde“ von John Owen.
Das Buch ist hier erhältlich: https://www.3lverlag.de/von-der-abtotung-der-sunde.html
Vorlesungen / Tonspuren der Puritaner gibt es hier: http://glaubensgerechtigkeit.de/die-puritaner-buchreihe/

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John Owen – Die Einheit Christi mit seiner Gemeinde

Die Gemeinde musste also erlöst werden, weil sie dazu bestimmt war, Christi Weib zu sein. Die Erlösung, die Christus vollbrachte, machte es dann möglich, dass die Einheit zwischen Christus und seiner Gemeinde zustande kam.
Hinter allem, was Christus für die Gemeinde tat und erlitt, stand ein Willensakt Gottes, des Vaters, der ihm alle Erwählten gegeben und anvertraut hatte, auf dass sie erlöst, geheiligt und gerettet würden.
Auf dieser Grundlage war die geistliche Vereinigung zwischen Christus und seiner Gemeinde bereits Wirklichkeit, ehe sie tatsächlich zustande gekommen war.
 
Eine solche Einheit beruht auf einem Vertrag oder einem Bund, der zwischen den betreffenden Personen geschlossen wurde. So übernahm unser Herr die Aufgabe, der Bürge des neuen Bundes zwischen Gott und der Gemeinde zu sein. Als Bürge verpflichtete er sich Gott gegenüber, alle Forderungen des göttlichen Gesetzes und der göttlichen Gerechtigkeit stellvertretend für die Gemeinde zu erfüllen, damit sie geheiligt und gerettet werden kann. Gott aber sah es um dieses Bundes willen für gerecht und richtig an, Christus unsere Sünden, uns aber seinen Gehorsam und Tod anzurechnen, um uns fortan so zu behandeln, als wären wir selbst gehorsam gewesen und für unsere eigenen Sünden gestorben.
 
Aus dem Buch: „Die Herrlichkeit Christi“ von John Owen.
Das Buch ist hier erhältlich: https://www.3lverlag.de/die-herrlichkeit-christi-589.html
Vorlesungen / Tonspuren der Puritaner gibt es hier: http://glaubensgerechtigkeit.de/die-puritaner-buchreihe/

Ralph Venning – In der Schule Gottes lernen

Viele der christlichen Juden waren nur jüdische Christen. Sie ließen sich nicht leicht überzeugen, Mose und sein Gesetz beiseitezulegen. Die christlichen Heiden war zu sehr heidnische Christen, dich sich kaum von dem Gesetz der Natur und der Werke trennen konnten. Wenige schafften das, was Paulus lehrte, alleine in Christus zu ruhen und alle Formen, Vorrechte, Tränen und Gebete, Demütigungen und alles, was man unsere eigene Gerechtigkeit nennen könnte, als Verlust und Dreck anzusehen, was die Rechtfertigung betrifft, selbst wenn sie in Bezug auf das Gesetz untadelig sein sollten. Wenige gelangten an den Punkt, dass sie in ihm und der Gerechtigkeit erfunden wurden, die von Gott durch den Glauben an ihn ist, und nicht auf Fleisch vertrauten, sondern sich in Jesus Christus freuten.

Und so sehen wir, dass die Apostel, ob sie nun an Juden oder Heiden schreiben, es sich zur Aufgabe machten, sie von jedem Gesetz und jeder Regel ab- und zu dem des Glaubens hinzubringen und sie auf dem einzig wahren Fundament und Eckstein zu gründen und aufzubauen, Jesus Christus, damit er in allen Dingen den Vorrang habe und alles in allem sei, wie er es verdient (Kol 3,11; Gal 6,15-16; Hebr. 13,7-8; 1.Pt. 2,5-6; 1.Kor. 1,29-31).

Aus dem Buch: „In der Schule Gottes lernen“ von Ralph Venning.
Das Buch ist hier erhältlich: https://www.3lverlag.de/in-der-schule-gottes-lernen.html
Vorlesungen / Tonspuren der Puritaner gibt es hier: http://glaubensgerechtigkeit.de/die-puritaner-buchreihe/

Richard Sibbes: Verwurzelter Glaube

Das, was einige vom verwurzelten Glauben, dem „fidas radicata“, sagen, dass er fortbestehe, während ein schwacher Glaube zu nichts käme, scheint im Widerspruch zu dieser Schriftstelle zu stehen, denn wie der stärkste Glaube erschüttert werden mag, so ist doch der schwächste Glaube – wo Wahrheit ist – so weit verwurzelt dass er bestehen wird. Schwäche, gepaart mit Wachsamkeit, wird standhalten, während Stärke gepaart mit zu großer Selbstsicherheit, versagen wird. Schwäche, die man eingesteht, ist der geeignetste Ort und Anlass für Gott, um darin seine Kraft vollkommen zu machen, denn das Bewusstsein für unsere Schwächen drängt uns von uns selbst weg zu ihm, in dem unsere Kraft liegt.

Daraus folgt, dass Schwachheit sehr wohl vereinbar sein kann mit der Heilsgewissheit. Die Jünger werden, ungeachtet all ihrer Schwächen, aufgefordert, sich zu freuen, dass ihre Namen „im Himmel geschrieben sind“. Mit Konflikten verbundene Misserfolge in der Heiligung sollten nicht den Frieden unserer Rechtfertigung und Heilsgewissheit schwächen. Was in uns schlecht ist, spielt keine so große Rolle wie das, was gut ist; es geht nicht um unsere Verderbtheiten, sondern wie wir sie betrachten; nicht um unsere besonderen Fehler, sonder vielmehr darum, was der Zusammenhang und Verlauf unseres Lebens ist. Denn Christi Abneigung gegenüber dem, was in uns nicht stimmt, führt nicht zu einem Hass auf uns als Person, sondern zur siegreichen Unterwerfung all unserer Schwachheiten.

Aus dem Buch: „Geborgen in Ihm“ von dem Puritaner Richard Sibbes.
Das Buch ist hier erhältlich: https://www.3lverlag.de/geborgen-in-ihm.html
Vorlesungen / Tonspuren der Puritaner gibt es hier: http://glaubensgerechtigkeit.de/die-puritaner-buchreihe/

Edward Griffin: Ruhe kehre ein

Schätze der Gnade 48


Kehre zurück, meine Seele, zu deiner Ruhe, denn der Herr hat dir wohlgetan!
(Psalm 116:7)

In Gott zu ruhen heißt, …
Ihn als unseren Teil zu sehen und vollkommen zufrieden damit zu sein,
mit dem Bewusstsein zu leben, dass Gott unser höchstes Gut ist,
und so gesinnt zu sein, als hätten wir alles im Überfluss, da wir Gott haben, auch wenn uns alles genommen wird.

Ein Christ spricht: „Ich lange danach, mich in Gott zu erfreuen und möchte nichts anderes. Gestatte mir von den himmlischen Wahrheiten zu kosten und meine Lippen werden nie mehr klagen, ich wäre arm. Menschen dieser Welt mögen den ganzen Planeten unter sich aufteilen, wie Ameisen einen Haufen Staub – doch ich habe Gott, mehr will ich nicht. Wenn auch Kriege, Seuchen, Armut und selbst der Tod über mich kommt, nichts und niemand kann meinen Teil von mir nehmen.“

Kehrt nicht etwa die Ruhe in unser Herz ein, wenn wir gedenken, dass der Gott der Ewigkeit unser Teil ist? Selbst, wenn uns alles Weltliche genommen wird, besitzen wir noch unser ganzes Gut. Weder die Zeit noch der Tod kann unseren Besitz von uns reißen.

Hierdurch kommen wir zur Ruhe, die inneren Regungen werden gestillt, die furcht vor der Zukunft beschwichtigt. Denn was soll verarmen, verletzen oder stören?

Oh, lass mich ein Teilhaber sein! Ich lasse die Königreiche und dessen Throne dieser Erde fahren!

Wen habe ich im Himmel [außer dir]?
Und neben dir begehre ich nichts auf Erden!
Wenn mir auch Leib und Seele vergehen,
so bleibt doch Gott ewiglich meines Herzens Fels und mein Teil.
(Psalm 73:25-26)

Quelle: Grace Gems 07.04.2017
Übersetzung: TheologiaDE.blog

Jonathan Edwards: Was ist die Souveränität Gottes?

Schätze der Gnade 41


Die Souveränität Gottes ist das Recht von Gott nach seinem eigenen und vollkommenen Willen zu handeln und mit seiner Schöpfung nach seinem Wohlgefallen zu verfügen. Ich werde diese Erklärung unterteilen und im Einzelnen betrachten.

  1. Gott übt seinen Willen mit völligem Wohlgefallen aus, im Gegensatz dazu gäbe es zwanghaftes Verhalten.

Menschen verrichten ihre Tätigkeiten freiwillig und doch kann es dazu kommen, dass sie diese Dinge, zu einem gewissen Grad, aus Zwang machen. Es mag sein, dass ein Mensch etwas freiwillig tut, damit meine ich, der Mensch selbst handelt und hat sich dazu entschieden zu handeln; und doch, wenn man alle Variablen zusammenzählt, kann diese Aktion von Angst getrieben sein und dem Menschen in Wirklichkeit missfallen [d.h. es geht gegen sein eigenes Verlangen]. Wenn ein Mensch aus diesem Grund agiert, dann kann man nicht von ihm sagen er würde nach seinem völligen Wohlgefallen handeln.

  1. Gott übt seinen Willen mit völligem Wohlgefallen aus, im Gegensatz dazu gäbe es einen Willen, der sich einem anderen Willen unterordnet.

Ein Sklave z.B. erfüllt alle Wünsche seines Meisters, er tut dies sogar mit Freude und Bereitwilligkeit; und doch handelt dieser Sklave nicht nach seinem eigenen, völligen Wohlgefallen. Die Heiligen tun den Willen Gottes freiwillig. Sie entscheiden sich dafür, denn es ist ihr tägliches Brot. Trotz alledem handeln sie nicht willkürlich [frei nach ihrem Belieben]; denn ihr Wille ordnet sich einem anderen Willen unter.

  1. Gott übt seinen Willen mit völligem Wohlgefallen aus, im Gegensatz dazu gäbe es verpflichtendes Handeln [z.B. die Pflicht zu handeln].

Ein Mensch mag seiner Pflicht aus freien Stücken nachgehen; und doch kann man auch hier nicht behaupten er würde es frei nach seinem Belieben tun. Eine Person, die aus reinem Wohlgefallen handelt, ist eine freie Person; eine Person, die aber dazu verpflichtet ist zu handeln, ist keine freie Person – diese Person ist gebunden. Die Souveränität Gottes setzt voraus, dass er das Recht hat, nach seinem Wohlgefallen mit seinen Kreaturen zu tun, was er will. Denn sein Recht ist uneingeschränkt und unabhängig. Ein Mensch hat vielleicht das Recht über ein paar Dinge zu verfügen; und doch ist das Recht des Menschen nicht uneingeschränkt und unerschöpflich. Ein Mensch mag auch das Recht haben mit seinen Gütern umzugehen wie er möchte und doch ist sein Recht gebunden und hat eine Grenze. Menschen haben das Recht mit ihrem Eigentum zu tun und zu lassen was sie wollen, vorausgesetzt, sie verstoßen nicht gegen das Gesetz oder gehen gegen die Gebote Gottes. Das menschliche Recht, mit dem Eigentum umzugehen wie man möchte ist nicht uneingeschränkt, da es nicht unabhängig ist. Eine Person hat kein unabhängiges Recht auf sein Eigentum. Bei manchen Gütern bestimmt sogar die Gesellschaft welches Recht man hat. Doch alle Dinge sind schlussendlich auch abhängig von Gott. Das Recht, das wir Menschen auf irgendetwas haben, haben wir von Gott. Die Souveränität Gottes bedeutet, dass er ein absolutes, uneingeschränktes und unabhängiges Recht hat, über seine Kreaturen nach seinem Wohlgefallen zu verfügen.

Text, Quelle: monergism.com | Punkt 1
Aus einer Predigt von Jonathan Edwards, hier in Deutsch vorgelesen.
Übersetzung: TheologiaDE.blog

John Bunyan: Wie das Herz weich bleibt (2/2)

Schätze der Gnade 40


Die Aufgabe vor uns ist: „Was kann ein Christ tun, um das gebrochene Herz in seiner Zärtlichkeit zu bewahren?“

Die Antwort darauf ist zweierlei (Schätze der Gnade 39 + 40), [nach den Warnungen,] kommen wir nun zu der Ausrichtung:

  1. Strebe nach einer tiefen Gotteserkenntnis und lass sie sanft auf deinem Herzen ruhen. Wie seine Allgegenwärtigkeit zum Beispiel: „Erfülle ich nicht den Himmel und die Erde?, spricht der Herr.“ (Jeremia 23:24).
    • Sein durchbohrendes Auge, welches alles auf Erden erspäht. Er durchstreift die Erde und sieht alles, sei es gut oder böse (Sprüche 15:3).
    • Die Erkenntnis seiner Allmacht. Er könnte den Himmel und die Erde im Handumdrehen in Staub und Asche verwandeln; sie sind wie ein Mantel oder eine Schriftrolle in seiner Hand, die er einfach kurz zusammenrollt (Hebräer 1:11-12).
    • Seine Gerechtigkeit, denn seine Zurechtweisungen sind wie ein verzehrendes Feuer (Hebräer 12:18-21).
    • Das Erfassen seiner Treue, Gott hält all seine Versprechen, darauf können wir uns verlassen; zur gleichen Zeit werden die Unbußfertigen jedoch heftig bedroht (Matthäus 5:18, 24:35; Markus 13:31).
  2. Strebe nach einer tiefen Erkenntnis der Abtrünnigkeit der Sünde, zusammen mit ihrer zerstörerischen Kraft und die Auswirkungen auf unsere Seelen. Lass die Überzeugung, dass die Sünde der einzige Feind von Gott ist, in deinem Herzen hausen und dass niemand Gott hasst, noch von Gott gehasst wird, als durch sie.
    • Merke dir gut, die Sünde verwandelte Engel in Teufel und warf sie aus dem Himmel in die Hölle.
    • Die Sünde ist der Strick, mit dem sie gefesselt vor dem Gericht erscheinen werden (2. Petrus 2:4; Judas 6).
    • Es ist die Sünde, die Adam aus dem Paradies entfernte. Wegen der Sünde wurde die alte Welt überschwemmt; Sodom und Gomorra wurde wegen ihr mit Feuer verzehrt. Es hat Christus sein Leben gekostet dich von unter dem Fluch, den die Sünde auf dich brachte, zu befreien. Das Einzige was uns schlussendlich, auf ewig, von dem Himmelreich trennt, ist die Sünde.
    • Ziehe die Höllenqualen in Betracht. Christus spricht oft von der Hölle, damit unser Herz weich bleibt. Um sicher zu gehen, spricht er wiederholt von dem Wesen der Hölle und dessen unauslöschlichen, ewigen Feuer wie auch von dem nagenden, immer lebenden Wurm (Markus 9:43-48).
  3. Betrachte den Tod im Lichte der Gewissheit, dass jeder sterben wird und der Ungewissheit, wann dies geschehen wird. Wir müssen alle gewisslich sterben und unsere Tage sind von Gott gezählt, wir jedoch, haben keinen Einblick; ebenso wenig können wir den gesetzten Zeitpunkt hinauszögern (2. Samuel 14:14; Hiob 7:1, 14:1-5). Rufe dir ebenso in Erinnerung, jeder Mensch stirbt dieser Welt nur einmal; es ist nicht möglich, nachdem man in einem schlechten Zustand [in Sünde] starb, noch einmal zurückzukommen und erneut, dieses Mal in einer besseren Verfassung [in Christus], zu sterben. „So gewiss es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht“ (Hebräer 9:27).
  4. Ziehe ebenso die schreckhafte Tatsache des letzten Gerichts in Betracht. Christus sitzt auf seinem leuchtenden, weißen Thron; die Toten werden mit einem Posaunenschall herbeigerufen; die Elemente, der Himmel und die Erde, werden beide in Flammen aufgehen; Christus trennt die Schafe von den Ziegen, wie ein Hirte; die Bücher werden geöffnet und allen wird nach ihren Werken vergolten; die Himmelspforte geht den Erlösten weit auf und der Schlund der Hölle öffnet sich um die Verdammten zu verschlingen (Apg. 5:30-31, 10:42; Matt. 25:31, 32, 34, 4; Off. 2:11; 1 Kor. 15:51; Off 20:12, 15:2; 2 Petr. 3:7, 10, 12; Röm. 2:2, 15, 16; Off. 22:12).
  5. Gedenke an Christus, wie er mit Sanftmut all die Qualen erlitt, die notwendig waren, um unsere Errettung zu bewirken. Er hätte das Recht gehabt sein Herz zu verhärten und uns seiner Gerechtigkeit zu überlassen, denn wir sind schuldig und haben es auf uns selbst gebracht. Doch er kam in Mitleid, Erbarmen und Barmherzigkeit zu uns herab und hat es vollbracht. Christus erlöste uns in aller Liebe und Erbarmen. Die liebliche Gnade aus der Höhe kam zu uns herab. Er liebt uns und hat sich selbst für uns hingegeben. Lerne von Christus, wie man barmherzig und sanftmütig lebt, und eifere danach, dein Herz in Zärtlichkeit zu Gott zu bewahren.

Quelle: John Bunyan – The Acceptable Sacrifice. Kapitel 6 / Chapter 6
Übersetzung: TheologiaDE.blog

John Bunyan: Wie das Herz weich bleibt (1/2)

Schätze der Gnade 39


Die Aufgabe vor uns ist: „Was kann ein Christ tun, um das gebrochene Herz in seiner Zärtlichkeit zu bewahren?“

Die Antwort darauf ist zweierlei (Schätze der Gnade 39 + 40), zuerst ein paar Warnungen:

  1. Sei vorsichtig, nicht dass du die Überführungen des Geistes in deinem Herzen unterdrückst. Strebe nicht danach sie aus deinem Gewissen zu entfernen, behüte sie jedoch und nähre sie, indem du sie ganz nüchtern in Erinnerung hältst. Stelle dir selbst die Frage: „Wie wurde mein Herz verwundet?“, „Was ist der Ursprung dieser Verletzung?“ Lass sie dort im Herzen ruhen, bis durch die Gnade Gottes und das erlösende Blut Jesu, die Wunde geheilt wird.
  2. Gehe schlechtem Umgang aus dem Weg. Sich mit Menschen herumzutreiben, die eitlen Dingen nachgehen, töten so manche Überführung ab, löschen das Verlangen nach den himmlischen Dingen und warfen letztlich unzählige Menschen in die Hölle. Ein Gefährte, der die Seele nicht erbaut, verletzt sie nur. „Der Umgang mit den Weisen macht weise, wer sich aber mit Narren einlässt, dem geht es schlecht“ [Sprüche 13:20].
  3. Bewahre deine Ohren vor nichtigem Geschwätz, damit du nicht anfängst mitzumachen. „Geh weg von dem dummen Menschen! Du hörst doch nichts Gescheites von ihm“ [Sprüche 14:7]. „Der Mund des Toren wird ihm zum Verderben, und seine Lippen sind der Fallstrick seiner Seele“ [Sprüche 18:7]. „Lasst euch nicht irreführen: Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten!“ [1 Korinther 15:33].
  4. Halte vor der kleinsten Regung der Sünde Ausschau, sonst fängt man nämlich an sie zu tolerieren und schafft Raum für größere Sünden. David erlaubte seinen Augen das Herz zu stehlen und nährte unreine Gedanken in seinem Herzen. Daraus entsprang letztlich der Ehebruch und Mord. „Habt acht, ihr Brüder, damit nicht jemand unter euch verstockt wird durch den Betrug der Sünde!“ [Hebräer 3:12-13]. Merkt euch, wer versucht eine Holzkiste mit einem Brecheisen zu öffnen, muss zuerst einen kleinen Spalt finden, durch welchen er das Eisen hineindrückt.
  5. Nehmt euch vor schlechten Angewohnheiten unter Geschwistern in Acht; lasst euch von niemanden dazu anstiften etwas zu tun, das gegen das Wort Gottes geht. Der Satan versucht nämlich schlechte Angewohnheiten von gottesfürchtigen Männern zu nehmen, um dadurch andere Herzen zu verhärten. Petrus zum Beispiel vereitelte mit seinem Verhalten die Menschen in seinem Umkreis, darunter auch Barnabas. Beachte somit und vergleiche jeden Weg mit dem heiligen Wort Gottes [Galater 2:11-13].
  6. Halte dich vor dem Unglauben fern. Verwerfe nicht die Realität des Himmels und lass gottlose Gedanken nicht einmal deine Sinne kreuzen. Bedenke, der Unglaube ist das abtrünnigste und kein Herz kann seine Zärtlichkeit bewahren, wenn sie sich dem Unglauben hingibt. „Habt acht, ihr Brüder, dass nicht in einem von euch ein böses, ungläubiges Herz sei, das im Begriff ist, von dem lebendigen Gott abzufallen!“ [Hebräer 3:12]. Geht mit diesen Warnungen sorgfältig um, denn ein weiches Herz wird hierdurch bewahrt.

Quelle: John Bunyan – The Acceptable Sacrifice. Kapitel 6 / Chapter 6
Übersetzung: TheologiaDE.blog

John Bunyan: Ein weiches Herz

Schätze der Gnade 38


Ich zeige euch nun auf, wie wertvoll es ist ein weiches Herz zu bewahren. Denn es ist eine wunderbare Sache, ein zerbrochenes und weiches Herz zu haben.

  1. Ein weiches Herz zu bewahren bedeutet, sich allezeit davor zu hüten zu sündigen. Christen fangen erst an mit der Sünde zu spielen und letztlich nachzugeben, wenn das Herz an ihrer Zärtlichkeit verloren hat. Ein weiches Herz wird stark getroffen, wenn es sieht oder hört, wie jemand anderes sündigt. Noch viel schlimmer ist es, selbst zu sündigen, daher fürchtet sich das weiche Herz davor zu sündigen (2. Könige 22:19).
  2. Ein weiches Herz eilt sich im Gebet hinzugeben, es zögert nicht und schlägt, wenn nötig, sogar haken ein. Erst wenn unser Herz an Zärtlichkeit verloren hat, fangen wir an umherzuschlendern und vom Gebet abzukehren; das Herz fängt dann an kalt, flach, formell und fleischlich zu werden und dass in einer solch heiligen Pflicht.
  3. Ein weiches Herz ist allezeit bereit Buße über ihre Schuld zu tun. Mag es ein noch so kleiner Fehltritt oder sündhafte Gedanke sein. Oftmals ist es dann so, dass selbst das beste Werk eine Beleidigung ist; doch wenn ein Herz an Zärtlichkeit verloren hat, dann sagt es Dinge wie: „ich habe noch nach der Buße zu suchen“. In solchen Fällen ist das Herz schon verhärtet – man hat die Gesinnung der Buße, die man einst hatte, verloren. Ebenso geschah es mit der Gemeinde in Korinth. Sie faulten vor sich hin und verloren dabei die Zärtlichkeit ihrer Herzen, daraus entsprangen Sünden – ja, scheußliche Sünden – von denen keine Buße getan wurde (2. Korinther 12:20).
  4. Ein weiches Herz strebt danach, in der Gemeinschaft mit Gott zu leben. Doch wenn das Herz an Zärtlichkeit verliert und dass obwohl, der Same der Gnade im Herzen ist, lebt man in Gleichgültigkeit vor sich hin, man isst, trinkt, schläft und wacht auf und dass mehrere Tage ohne Ihn (Jesaja 17:10; Jeremia 2:32).
  5. Ein weiches Herz ist wachsam und auf Bereitschaft. Es hält Ausschau nach Sünde in der eigenen Seele, in der Familie, in den täglichen Verrichtungen, in den geistlichen Aufgaben etc. Es ist ebenso auf der Hut vor dem Satan, der Welt und dem Fleisch. Wenn das Herz aber auf der anderen Seite an Zärtlichkeit verloren hat, versinkt es in einen Schlaf, hört dabei auf bereit zu sein und wird träge. Das eigene Herz, die Familie und unsere Arbeiten leiden darunter. Kurz gesagt, wir beflecken und verschmutzen uns mit der Sünde und all diese Bereiche werden darunter leiden, denn dies ist die Auswirkung, wenn ein Herz sich von Gott abwendet.
  6. Ein weiches Herz ist bereit sich selbst zu verleugnen und dass selbst in Dingen, die an und für sich erlaubt sind und man die Freiheit besitzt – ganz egal für wen, sei es ein Heide oder ein Bruder, es möchte nämlich keinen Anstoß geben. Ein Herz jedoch, welches an Zärtlichkeit verloren hat, ist weit davon entfernt sich selbst zu leugnen und treibt es sogar so weit, verbotene Dinge mit einzubringen, ganz egal wer dabei einen Anstoß nimmt, sich beleidigt fühlt oder geschwächt wird. Ein ganz klares Beispiel dafür finden wir in der Schrift, sobald dieser Mann ein weiches Herz hatte, fürchtete er sich selbst vor der kleinsten Übertretung. Doch als sein Herz sich verhärtete, nahm er sich Bathsheba um seine Lust zu befriedigen und tötete ihren Ehemann um seine Bosheit zu verdecken.
  7. Ein weiches Herz nimmt Hiebe, Schläge und die väterliche Zucht an, es fürchtet sich nämlich vor dem Beweggrund, da es weiß, dass der Anlass die Sünde ist. „Gegen den Reinen erzeigst du dich rein, aber dem Hinterlistigen trittst du entgegen!“ (2 Samuel 22:27; Psalm 18:25-27).Das Volk Gottes erleidet viele Zurechtweisungen und Hiebe durch ihr eigenes, närrisches Verhalten. In gewisser Weise sind sie unnötig, damit meine ich, sie wären nicht notwendig, doch wegen unsrer Eitelkeit werden sie uns zuteil. Sonst würden wir in Gefahr Laufen und uns in unserer Torheit brüsten. Aus diesem Grund wird der geschmähte auch ein Tor genannt, denn es ist seine Torheit, die ihn diese Schmähungen einbrockte. „Die Toren“ sprach David „litten wegen ihres sündigen Wandels und um ihrer Ungerechtigkeit willen“ (Psalm 107:17). Daher nennt David seine Sündhaftigkeit auch seine Torheit. „Denn er wird Frieden zusagen seinem Volk und seinen Getreuen— nur dass sie sich nicht wieder zur Torheit wenden!“ (Psalm 85:8; Psalm 38:5). „Wenn seine Söhne mein Gesetz verlassen, so will ich ihre Abtrünnigkeit mit der Rute heimsuchen und ihre Missetat mit Schlägen“ (Psalm 89:30-32).

Quelle: John Bunyan – The Acceptable Sacrifice. Kapitel 5 / Chapter 5
Übersetzung: TheologiaDE.blog