John Bunyan: Ein weiches Herz

Schätze der Gnade 38


Ich zeige euch nun auf, wie wertvoll es ist ein weiches Herz zu bewahren. Denn es ist eine wunderbare Sache, ein zerbrochenes und weiches Herz zu haben.

  1. Ein weiches Herz zu bewahren bedeutet, sich allezeit davor zu hüten zu sündigen. Christen fangen erst an mit der Sünde zu spielen und letztlich nachzugeben, wenn das Herz an ihrer Zärtlichkeit verloren hat. Ein weiches Herz wird stark getroffen, wenn es sieht oder hört, wie jemand anderes sündigt. Noch viel schlimmer ist es, selbst zu sündigen, daher fürchtet sich das weiche Herz davor zu sündigen (2. Könige 22:19).
  2. Ein weiches Herz eilt sich im Gebet hinzugeben, es zögert nicht und schlägt, wenn nötig, sogar haken ein. Erst wenn unser Herz an Zärtlichkeit verloren hat, fangen wir an umherzuschlendern und vom Gebet abzukehren; das Herz fängt dann an kalt, flach, formell und fleischlich zu werden und dass in einer solch heiligen Pflicht.
  3. Ein weiches Herz ist allezeit bereit Buße über ihre Schuld zu tun. Mag es ein noch so kleiner Fehltritt oder sündhafte Gedanke sein. Oftmals ist es dann so, dass selbst das beste Werk eine Beleidigung ist; doch wenn ein Herz an Zärtlichkeit verloren hat, dann sagt es Dinge wie: „ich habe noch nach der Buße zu suchen“. In solchen Fällen ist das Herz schon verhärtet – man hat die Gesinnung der Buße, die man einst hatte, verloren. Ebenso geschah es mit der Gemeinde in Korinth. Sie faulten vor sich hin und verloren dabei die Zärtlichkeit ihrer Herzen, daraus entsprangen Sünden – ja, scheußliche Sünden – von denen keine Buße getan wurde (2. Korinther 12:20).
  4. Ein weiches Herz strebt danach, in der Gemeinschaft mit Gott zu leben. Doch wenn das Herz an Zärtlichkeit verliert und dass obwohl, der Same der Gnade im Herzen ist, lebt man in Gleichgültigkeit vor sich hin, man isst, trinkt, schläft und wacht auf und dass mehrere Tage ohne Ihn (Jesaja 17:10; Jeremia 2:32).
  5. Ein weiches Herz ist wachsam und auf Bereitschaft. Es hält Ausschau nach Sünde in der eigenen Seele, in der Familie, in den täglichen Verrichtungen, in den geistlichen Aufgaben etc. Es ist ebenso auf der Hut vor dem Satan, der Welt und dem Fleisch. Wenn das Herz aber auf der anderen Seite an Zärtlichkeit verloren hat, versinkt es in einen Schlaf, hört dabei auf bereit zu sein und wird träge. Das eigene Herz, die Familie und unsere Arbeiten leiden darunter. Kurz gesagt, wir beflecken und verschmutzen uns mit der Sünde und all diese Bereiche werden darunter leiden, denn dies ist die Auswirkung, wenn ein Herz sich von Gott abwendet.
  6. Ein weiches Herz ist bereit sich selbst zu verleugnen und dass selbst in Dingen, die an und für sich erlaubt sind und man die Freiheit besitzt – ganz egal für wen, sei es ein Heide oder ein Bruder, es möchte nämlich keinen Anstoß geben. Ein Herz jedoch, welches an Zärtlichkeit verloren hat, ist weit davon entfernt sich selbst zu leugnen und treibt es sogar so weit, verbotene Dinge mit einzubringen, ganz egal wer dabei einen Anstoß nimmt, sich beleidigt fühlt oder geschwächt wird. Ein ganz klares Beispiel dafür finden wir in der Schrift, sobald dieser Mann ein weiches Herz hatte, fürchtete er sich selbst vor der kleinsten Übertretung. Doch als sein Herz sich verhärtete, nahm er sich Bathsheba um seine Lust zu befriedigen und tötete ihren Ehemann um seine Bosheit zu verdecken.
  7. Ein weiches Herz nimmt Hiebe, Schläge und die väterliche Zucht an, es fürchtet sich nämlich vor dem Beweggrund, da es weiß, dass der Anlass die Sünde ist. „Gegen den Reinen erzeigst du dich rein, aber dem Hinterlistigen trittst du entgegen!“ (2 Samuel 22:27; Psalm 18:25-27).Das Volk Gottes erleidet viele Zurechtweisungen und Hiebe durch ihr eigenes, närrisches Verhalten. In gewisser Weise sind sie unnötig, damit meine ich, sie wären nicht notwendig, doch wegen unsrer Eitelkeit werden sie uns zuteil. Sonst würden wir in Gefahr Laufen und uns in unserer Torheit brüsten. Aus diesem Grund wird der geschmähte auch ein Tor genannt, denn es ist seine Torheit, die ihn diese Schmähungen einbrockte. „Die Toren“ sprach David „litten wegen ihres sündigen Wandels und um ihrer Ungerechtigkeit willen“ (Psalm 107:17). Daher nennt David seine Sündhaftigkeit auch seine Torheit. „Denn er wird Frieden zusagen seinem Volk und seinen Getreuen— nur dass sie sich nicht wieder zur Torheit wenden!“ (Psalm 85:8; Psalm 38:5). „Wenn seine Söhne mein Gesetz verlassen, so will ich ihre Abtrünnigkeit mit der Rute heimsuchen und ihre Missetat mit Schlägen“ (Psalm 89:30-32).

Quelle: John Bunyan – The Acceptable Sacrifice. Kapitel 5 / Chapter 5
Übersetzung: TheologiaDE.blog

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