Der erste Brief des Johannes, Aufbau und Hintergrund

Über Johannes

  • Johannes ist der jüngere Bruder es Jakobus (Apg 12:2)
    • Johannes und Jakobus werden auch „Donnersöhne“ genannt (Mk 3:17)
    • Sie werden auch „Söhne des Zebedäus genannt“ (Mt 10:2-4)
  • Johannes zählte zu den drei vertrautesten Weggefährten Jesu (Mt 17:1, 26:37)
    • Die anderen waren Petrus und Jakobus
  • Er war ein Augenzeuge an Jesu irdischen Dienst (1Joh 1-4)
  • Der Jünger lehnte sich am Passahmahl an Jesu Brust (Joh 21:20)
  • Johannes gibt sich im Johannesevangelium, welches er auch schrieb, als „Jünger, den Jesus liebte“ bekannt (Joh 13:23; 19:26; 20:2; 21:7,20)
  • Er schrieb neben den drei Johannesbriefen, das Johannesevangelium zusätzlich noch das Buch der Offenbarung (Offb 1:1)

Über diesen Brief

Abfassung und Adressat

  • Der Brief wurde eventuell an die Allgemeinheit geschrieben (Kein Adressat im Brief)
    • Könnte aber auch an die Gemeinden in Kleinasien gemeint sein, in welcher Johannes seine apostolische Leiterfunktion ausübte
  • Johannes gibt sich nicht persönlich zu erkennen
    • Die Autorität, mit der er schreibt, lässt erkennen, dass es Johannes war,
    • wie auch die Übereinstimmungen mit dem Johannesevangelium
      • Vokabular und Ausdrucksweise

Datierung

  • Die zweite Hälfte des 1. Jahrhunderts
    • Manche behaupten, dieser Brief wäre kurz nach dem Johannesevangelium geschrieben worden (auch die zweite Hälfte des 1.Jahrhunderts)
  • Nach Aussagen der frühen Gemeinde war er Autor war schon im fortgeschrittenen alter
    • Der Text unterstützt diese Aussage (1Joh 2:1,18,28)
  • Johannes bekämpfte die Irrlehre der Gnosis, die sich im frühen Stadium befand (Siehe mehr hier)
  • Es wird keine Verfolgung unter Domitian erwähnt (Römischer Kaiser von 86 – 91)
  • Die Datierung des Briefes könnte somit berechtigt, zwischen 90-95 n. Chr. sein

Hintergrund und Umfeld

  • Trotz des fortgeschrittenen Alters, war Johannes sehr aktiv im:
    • Gemeindedienst
    • Schriftlichen Dienst (Offenbarung, Evangelium)
    • „Evangelisieren“ – beaufsichtigte neu entstandene Gemeinden in Kleinasien
  • Johannes war der einzig verbleibende Apostel, welcher Augenzeuge des Wirkens, Tod, Auferstehung und Himmelfahrt Jesu war.
  • Johannes bekämpfte in seinem Brief die Philosophie „Gnosis“ – gr. Erkenntnis
    • Sie war nach dem paulinischen Kampf für die Freiheit vom Gesetz die gefährlichste Irrlehre
    • Sie begleitete, bzw. wurde in den ersten drei Jahrhunderten von der Gemeinde bekämpft
    • Diese Irrlehre zielte darauf, die Grundlagen des Glaubens zu widerlegen
    • Beeinflusst wurde diese Irrlehre von Philosophen wie Plato
      • Er verbreitete den „Dualismus“ (Materie böse, Geist gut)
        • Dies leugnete das wahrhaftige Menschsein Christi
      • Diese Gnostiker beanspruchten ein höheres Wissen der Wahrheit, zusammen mit Mystischer Erkenntnis der Wahrheit, welche sogar höher als die Schriften anzusehen sind
      • Diese Irrlehre konnte man in zwei Sparten einordnen:
        • Doketismus – gr. Scheinen
          • Der Körper Jesu war nicht real, erscheint nur physisch, somit göttlich und nicht menschlich (1Joh 1:1-4; 4:2-3)
        • Irrlehrer „Kerinthos“
          • Er behauptete unter anderem, dass der Geist nur bei der Taufe auf Christus abstieg und vor der Kreuzigung verließ
        • Diese Irrlehren führten wiederum dazu, dass die Menschen dachten, dass die Sünde die ein Mensch begeht, nichts mit dem Geist zu tun hat und schlussendlich nicht zählt
          • Solch eine Lehre führte zu Zügellosen Moralverhalten bis hin zur Leugnung von Sünde (1Joh 1:8-10) und das verachten des Gesetzes Gottes (1Joh 3:4)
        • Typisch für die Irrlehrer war auch, dass sie extrem negativ auf die reagiert haben (Mangel an Liebe), die ihren Lügen nicht folgten und hielten sich von denen fern, die der apostolischen Lehre treu blieben, daraufhin antwortete Johannes, dass diese falschen Lehrer nie wirklich gerettet waren (1Joh 2:19)
        • Der Kampf gegen die Lüge war äußerst wichtig, da die Gemeinde sich in einem kritischen Zustand befand. Sie drohte von falschen Lehrern überschwemmt zu werden

Themen (Facette)

Zurück zu den Grundlagen des Glaubens – Hauptthema

Freude (1Joh 1:4), Heiligkeit (1Joh 2:1) und Gewissheit (5:13) – Unterthemen

  • Charakter des Christentums, ganz schlicht
  • Der Brief hat einen warmen, vertrauten und liebevollen Ton
    • Ein Pastoraler Brief aus dem Herzen eines Gemeindeleiters (besorgt um seine gläubigen)
  • Es war der Wunsch Johannes, dass sie sich über ihre Sicherheit des Glaubens freuen konnten und sich nicht von anderen beirren lassen (1Joh 1:4)
  • Gegenüber den Irrlehren hat Johannes kein Erbarmen, er beschreibt sie als: „falsche Propheten“ (1Joh 4:1), Antichristen (1Joh 2:18) bis hin zu dämonisch (1Joh 4:1-7)

„Die ständige Wiederholung von drei Unterthemen stützt das Hauptthema über die Treue zu den grundlegenden Dingen des Christentums: Freude (1,4), Heiligkeit (2,1) und Gewissheit (5,13). Durch die Treue zu den Grundlagen werden seine Leser diese drei Dinge beständig in ihrem Leben erfahren. Diese drei Faktoren veranschaulichen auch den wichtigsten Zyklus wahrer Geistlichkeit: der richtige Glaube an Jesus bewirkt Gehorsam gegenüber seinen Geboten; aus dem Gehorsam ergibt sich die Liebe zu Gott und den Mitgläubigen (z.B. 3,23,24). Wenn diese drei Dinge (gesunder Glaube, Gehorsam, Liebe) zusammen wirken, führen sie zu Freude, Heiligkeit und Glaubenssicherheit. Sie bilden den Beweis, den entscheidenden Test für einen wirklichen Christen.“
Aus der John MacArthur Studienbibel, Seite 1887

 

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