James Smith: Ohne ein Heim

Schätze der Gnade 52


Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel des Himmels haben Nester; aber der Sohn des Menschen hat nichts, wo er sein Haupt hinlegen kann.
(Matthäus 8:20)

Welch erstaunliche Tatsache!
Hier haben wir den Schöpfer aller Dinge – ohne ein Heim!
Der Herrscher des Universums – ohne einen Wohnsitz!
Ewiger, unvergänglicher König – bedürftiger als die Vögel des Himmels oder Tiere der Erde!

„Und so ging jeder in sein Haus. Jesus aber ging an den Ölberg“  (Johannes 7:53-8:1).

Jeder hatte ein Zuhause, nur Er nicht!

Wie kam es dazu?
Es ist die LIEBE!
Liebe für wen?
Die Liebe für Sünder – für die schändlichsten und gemeinsten Menschen!
Doch wieso erniedrigte Er sich auf diese Weise?
Er wurde arm – damit wir reich würden!

Ohne eine Behausung lebte der Herr hier auf Erden, um uns eine Residenz im Himmel zu sichern!

Die Zeit hier auf Erden lebte Er in Armseligkeit, um uns einen glorreichen Teil in der Ewigkeit zu schenken!

O, Jesus, wie wunderbar ist deine Liebe!

Meine Seele, verehre, preise, bewundere die erstaunliche Liebe deines Herren!

Denn ihr kennt ja die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, dass er, obwohl er reich war, um euretwillen arm wurde, damit ihr durch seine Armut reich würdet.
(2. Korinther 8:9)

Quelle: Grace Gems 25.12.2017 – Bible Readings for the Lord’s Household – James Smith
Übersetzung: TheologiaDE.blog

Martin Luther: Menschwerdung Christi

Eine Predigt von Martin Luther über die Fleischwerdung Jesu und damit resultierende Demut und Dankbarkeit.

Ein kurzer Auszug:

Warum malt doch der Evangelist diese Geburt so arm und elend? Darum, daß du daran denken und es nimmermehr vergessen sollst, und es dir durch Dein Herz gehen lassen, und besonders, weil du hier hörst, es ist alles deinetwegen geschehen, daß du darüber fröhlich und Gott auch dankbar dafür bist. Es ist eine weite Reise von Nazaret aus Galiläa nach Bethlehem, ja, soweit als aus Sachsen nach Bayern, wenn nicht noch weiter. Da ist es doch wohl zu denken, daß sie auch nicht viel Hausrat mitgeführt oder getragen haben. So werden die Windeln oder was sonst zu solchem Handel gehört, auch nicht besonders schön gewesen sein, daß sie das Kind vielleicht nur mit ihrem Hemd eingewickelt und ihm die Krippe gelegt hat. Denn sie hat es nicht immer im Schoß halten können, und sich an den Kleidern und Leib der Mutter wärmen, sondern das liebe Kind musste sich mit Stroh und Heu und einer Krippe behelfen. Josef hat auch das Beste tun müssen, und es wird wohl so gewesen sein, daß eine Magd dem Hause mit Wasser holen und anderen ihnen gedient habe, wie es in der Not üblich ist. Aber solches ist hier nicht geschrieben. Darum ist es zu vermuten, obwohl jedermann wusste, daß ein junges Weib im Kuhstall gelegen, sich doch niemand ihrer angenommen hat.

Das ist das erste Stück von der Geschichte, welche uns darum so vorgeschrieben ist, daß wir das Bild lernen sollen und in unser Herz fassen, wie unser lieber Herr Jesus Christus so elendiglich in dieser Welt geboren ist, auf das wir lernen Gott für solche große Wohltat zu danken und zu loben, daß wir armen, elenden, ja auch verdammten Menschen heut zu so großen Ehren gekommen, daß wir ein Fleisch und Blut mit dem Sohn Gottes geworden sind. Denn eben der ewige Sohn des ewigen Vaters, durch welchen Himmel und Erde aus nichts erschaffen ist, der ist, wie wir hören, Mensch geworden und auf diese Welt geboren wie wir, ohne daß es mit ihm ohne alle Sünde zugegangen ist. Deswegen mögen wir rühmen, daß Gott unser Bruder, ja, unser Fleisch und Blut geworden sei. Diese große Ehre ist nicht den Engeln, sondern uns Menschen widerfahren. Deswegen obwohl die Engel eine herrlichere Kreatur sind denn wir, so hat doch Gott uns mehr und höher geehrt und sich näher zu uns getan, denn zu den Engeln, weil er nicht ein Engel, sondern ein Mensch geworden ist. Wenn nun wir Menschen solches recht bedenken und von Herzen glauben könnten, so sollte gewisslich solche unaussprechliche Gnade und Wohltat unseres lieben Herrn Gottes eine hohe große Freude machen, und uns treiben, daß wir Gott von Herzen dafür dankten, ihn liebten und gern uns nach seinem Willen halten würden.

Adam und Eva sind nicht geboren, sondern geschaffen. Denn Adam hat Gott aus der Erde gemacht; das Weib aber aus seiner Rippe. Wieviel aber ist Christus uns näher, denn die Eva ihrem Mann Adam, besonders weil er unser Fleisch und Blut ist? Solche Ehre sollten wir hochachten, und wohl in unsere Herzen bilden, daß der Sohn Gottes ist Fleisch geworden, und gar kein Unterschied zwischen seinem und unserem Fleisch ist, nur das sein Fleisch ohne Sünde ist. Denn er ist von dem Heiligen Geist empfangen, und Gott hat die Seele und den Leib der Jungfrau Maria voll Heiligen Geistes gegossen, daß sie ohne alle Sünde gewesen ist, als sie den Herrn Jesus empfangen und getragen hat. Außer denselben ist alles natürlich an ihm gewesen, wie an anderen Menschen: daß er gegessen, getrunken, ihn gehungert, gedürstet, gefroren hat, wie andere Menschen. Solche und dergleichen natürliche Gebrechen, welche der Sünden wegen auf uns geerbt sind, hat er, der ohne Sünde war, getragen und gehabt, wie wir, wie Paulus sagt: Er sei erfunden in allem ein Mensch wie wir, der gegessen, getrunken, fröhlich und traurig gewesen ist.

Die ganze Predigt:

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J. C. Ryle: Rückratloses Christentum

Schätze der Gnade 51


Vor achtzehn Jahrhunderten warnte uns der Apostel Paulus:

Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich selbst nach ihren eigenen Lüsten Lehrer beschaffen, weil sie empfindliche Ohren haben;
(2. Timotheus 4:3)

 

Der natürliche Mensch hasst das Evangelium, zusammen mit all den zugehörigen Lehren. Er sucht und erfreut sich sogar darin, dem aus dem Weg zu gehen und es mit nichtigen Ausreden abzulehnen.

Grund dafür ist die gefallene Natur des Menschen. In dieser Natur verbirgt sich das Böse. Dazu gehört auch der tief sitzende Unglaube gegenüber dem Wort Gottes. Ich vermute, wir haben nicht einmal den blassen Schimmer, wie viele Menschen rettenden Glauben besitzen. Und noch viel weniger sind es, die sich ganz der Bibel hingeben.

 

Einer ist stolz – dieser kann die Lehren des Evangeliums nicht ausstehen, da es ihm keinen Raum zum Rühmen gibt.

Der nächste ist faul und träge – er kann die Lehren des Evangeliums nicht leiden, da er aufgefordert wird, sich mit beschwerlichen Dingen zu befassen. Wie zum Beispiel sich selbst zu prüfen und den Kopf anzustrengen.

Ein anderer ist gleichgültig – er macht sich weiß, dass alle Lehren nur zusammengewürfelte Worte sind und es letztlich egal ist, was man glaubt.

Dann gibt es noch einen, der ist durch und durch weltlich – er zuckt vor den Lehren des Evangeliums zusammen, da es seine „heile Welt“ zunichtemacht.

 

Doch auf gewisse Weise bin ich völlig damit zufrieden, dass die Erbsünde die Wurzel dieses Verderbens ist. Was [die Erbsünde] wiederum dazu führt, dass Menschenmengen gierig nach der Anschauung ragen, die Lehren wären nur Nebensache. Es versorgt sie mit einer Ausrede für ihre Sünde.

Die Auswirkungen, dieser verächtlichen Haltung gegenüber den Lehren sind in der heutigen Zeit gravierend. Ob es uns gefällt oder nicht, diese Epidemie verursacht viel Leid. Es ist nämlich der Nährboden für Instabilität in Sachen Religion. Daraus entspringt, wenn ich das so sagen darf, ein rückratloses Christentum. Ein Christentum ohne Halt, Festigkeit oder Kraft.

Man kann es mit einer Qualle vergleichen. Im Meer sieht die Qualle beeindruckend aus. Ihre Art im Wasser umherzugleiten, wie ein Regenschirm der auf und zu geht, wunderschön. Doch sobald die gleiche Qualle ans Land gezogen wird und auf der Erde liegt, dann ist sie eine hilflose Masse. Nicht in der Lage sich selbst fortzubewegen, geschweige denn, sich selbst zu verteidigen oder am Leben zu erhalten.

Ach! Dies ist leider ein Abbild der heutigen Religion, mit dem Motto: „Keine Lehrsätze, keine Grundsätze und nichts wozu wir stehen.“

Hunderte Pastoren, von denen man meint, sie hätten nicht einmal einen einzigen Knochen in ihrem geistlichen Leib. Sie stehen zu nichts – haben keine Zugehörigkeit. Sie fürchten sich so sehr vor „extremistischen Ansichten“, dass sie gar keine Ansicht haben!

Jedes Jahr werden unzählige Predigten abgehalten, die auf nichts rauslaufen und keine Kanten besitzen, an denen man sich stoßen könnte. Sie sind so glatt wie ein Aal – hierdurch wird kein Sünder erweckt, noch ein Christ erbaut.

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Martin Luther: Über den Sabbat und die Demut

Eine Predigt von Martin Luther über die Heiligung des Sonntags, dem christlichen Wandel und der Demut.

Ein kurzer Auszug:

Darauf geht der schöne Spruch des Propheten Hosea Kapitel 6,6.: “ der Herr hat Lust an der Liebe mehr, denn am Opfer, und an Erkenntnis Gottes mehr, denn am Brandopfer „. Was heißt Gott erkennen? Anderes nicht, denn Gottes Wort hören. Ursache, ohne daß Wort wird niemand von Gott etwas wissen. Wenn aber das Wort kommt und spricht: Ich bin der Herr, dein Gott, der ich meinen Sohn gesandt und für dich in den Tod gegeben habe, der ich dich habe angenommen: durch solches Wort lernen wir Gott erkennen, daß er gnädig und barmherzig ist; welches die Vernunft nicht von sich selbst wissen noch lernen kann. Aus diesem aber folgt, weil man durch das Wort zur Erkenntnis Gottes kommt, daß es heiße, Gott dienen und den Sabbat recht heiligen, wenn man Gottes Wort hört, und nach dem Wort Gottes lebt und tut. Solches lassen die heillosen Heuchler, die Pharisäer, anstehen: sie hören Gottes Wort nicht, tun auch nicht danach; wollen dennoch den Namen haben, sie brechen den Sabbat nicht.

Deswegen soll bei uns Christen alle Tage Sabbat sein. Denn wir sollen alle Tage Gottes Wort hören und unser Leben danach ausrichten. Gleichwohl ist der Sonntag für das gemeine Volk geordnet, daß jedermann am selben Tag besonders Gottes Wort hören und lernen soll und danach leben. Denn die anderen sechs Tage muß der gemeine Mann seiner Arbeit warten, und erwerben, davon er lebe. Das will Gott gern geschehen lassen; denn er hat die Arbeit geboten. Aber den siebten Tag will er geheiligt haben, daß man daran nicht soll arbeiten, auf das jedermann ungehindert sei, sich in Gottes Wort und Werken zu üben, und zu tun, nicht was das zeitliche betrifft, sondern was Gott in seinem Wort fordert und haben will.

Wiederum, Hoffärtigen Leuten kann niemand hold sein. Sobald Vater und Mutter an einem Kinde oder Gesinde den Ungehorsam und Stolz merken (denn diese zwei Unarten sind häufig bei einander), daß sie sagen: Muss ich doch nicht tun, was du mich heißt; da hebt es sich, daß Vater und Mutter denken, wie sie ihnen den Stolz brechen und sie demütigen, oder zum Haus hinaus stoßen. Weltliche Obrigkeit tut es auch so. Wer stolzieren und nicht Gehorsam sein will, den lehrt sie es mit dem Stricke oder Schwertes durch Meister Hansen.

Wie kommt es nun, daß den Stolz niemand leiden kann? Anders nicht, denn daß es Gott haben will, und sein Wort der steht und sagt: Er wolle getrost dazu helfen, daß die gedemütigt werden, so stolz und hoffärtig sind. Wie man sieht in allen Ständen: was reich, gelehrt, vernünftig, schön, stark, mächtig und gewaltig ist, sobald sie in die Hoffart geraten und sich nicht haben willig heruntergegeben, hat sie Gott gestürzt, daß sie haben fallen müssen. Denn so steht geschrieben: Gott selbst legt sich gegen die Hoffärtigen. Der nun einen solchen schweren Feind auf sich ladet, den er nicht tragen kann, der muß fallen, und hilft ihn keine Macht noch Stärke.

Also ging es mit Saul: der war seinem Vater Gehorsam, hütete der Esel und hielt sich für den geringsten in Benjamin. Zu solchem Eseltreiber schickt Gott den Propheten Samuel und salbt ihn zum König. Denn weil er demütig und nicht hoffärtig war, setzte Gott zu ihm alle Gnade und Barmherzigkeit. Was geschah aber? Da Saul König war, schwoll ihm das Herz, daß er Stolz ward und fragte nach unserm Herrn Gott und seinem Wort nichts. Darum, gleich wie ihn Gott zuvor erhoben hatte, also stürzt er ihn danach wieder herunter, daß er sich aus Verzweiflung selbst erstach, und sein Geschlecht ausgerottet ward.

Die ganze Predigt:

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Johannes Calvin: Unbekannte Anbetung

Schätze der Gnade 50


was ich ihnen nie geboten habe und was mir nie in den Sinn gekommen ist
(Jeremia 7:31)

Wir sollten hier aufmerken, denn genau an dieser Stelle schneidet Gott den Menschen den Fluchtweg ab, nämlich mit diesen Worten: „was ich ihnen nie geboten habe“. Es ist der Aberglaube, der hier von Gott verdammt wird, nichts anderes ist dem mehr entgegenzubringen, denn Gott hat es nicht geboten. Sobald sich die Menschen ihren eigenen Fantasien zuwenden und Gott nach ihrem eigenen Kopf anbeten und nicht nach den Satzungen Gottes, verdrehen sie die wahrhaftige Frömmigkeit. All die erfundenen und absurden Anbetungstechniken fänden keinen Platz, würden die Papisten nach dieser Regel handeln. Es ist in Wirklichkeit sogar schreckhaft, die Papisten verwerfen ihre Verantwortung, die sie Gott schuldig sind, und geben sich ihrem selbsterfundenen Aberglauben hin, als würde eines das andere aufheben. Traurigerweise gibt es einen Haufen solcher Menschen. Würden sie nur diesem Prinzip nachgehen, Gott kann einzig in rechter Weise verehrt werden, indem man seinem Wort gehorsam leistet, dann würden sie aus diesem Schlund der Irrlehre entfliehen. Die Worte des Propheten sind somit von größter Bedeutung. Wenn Gott hier spricht „was ich nie geboten habe und was mir nie in den Sinn gekommen ist“, bringt Er damit zum Ausdruck, dass die Menschen sich zu viel anmaßen und nach Dingen trachten, die Gott nie forderte noch „in den Sinn“ gekommen ist. Selbstverständlich ist vor Gott nichts verborgen, Er weiß alles. Er kommuniziert jedoch mit uns Menschen auf menschliche Weiße, um uns klar zu machen, dass was die Juden hier praktizierten, Ihm völlig fremd sei, da das Gesetz sowieso schon vollkommen und genügsam ist.

Quelle: Johannes Calvin – Bibelkommentar
Übersetzung: TheologiaDE.blog

James Smith: Abgekommen

Schätze der Gnade 49


Ich bin in die Irre gegangen wie ein verlorenes Schaf; suche deinen Knecht!
(Psalm 119:176)

Ganz egal wie weit sich Christen von dem Herrn entfernen, sie werden niemals Sein Wort oder Seine gnädigen Handlungen in ihrem Leben vergessen. Die ganzen Jahre, in denen Gott sie geführt und erhalten hat, bleibt noch in ihren Köpfen.

Jeder von uns ist dazu geneigt, sich von Gott abzukehren und umherzuirren. Aus diesem Grund ist es von größter Bedeutung, allezeit unter der Obhut Gottes zu sein, wie Schafe vor einem Hirten. Wäre es für den Herrn möglich, für nur einen Moment seine Augen von uns zu nehmen, dann würden wir in demselben Augenblick ins Verderben stürzen. Doch der Herr blickt auf seine Gerechten und seine Ohren horchen auf ihr Flehen.

Oh, meine Seele, hast du dich von dem Herrn abgewandt? Bist du von den grünen Auen seines Wortes abgekommen? Hast du der Herde, der Gemeinde Gottes, den Rücken gekehrt? Irrst du umher, weg von dem Gnadenthron?
Wenn dem so ist, dann …
verkommen die Gnadengaben,
stirbt der Trost ab,
und das Bekenntnis des Glaubens verwandelt sich in eine äußerliche Form.

Rufe den guten Hirten an! Rufe Jesus mit deiner ganzen Kraft an: „suche deinen Knecht!“ Gepriesen sei Sein heiliger Name. Er ist es, der sich aufmacht in die Wüste zu gehen, um jedes verlorene Schaf zurückzuholen.

Jesus, du Hirte meiner Seele, suche deinen Knecht. Bring mich wieder in Sicherheit. Ich war es, der umherirrte. Lass mich wieder ein Teilhaber der Herde sein. Gewähre du mir, dein Wort im Glauben zu erfassen und mich auf deine Verheißungen zu stützen. Möge ich niemals zur Ruhe kommen, es sei denn an deiner Seite. Noch mich zu Hause fühlen, als bei deiner Herde und der Familie.

Mein Erlöser, nahe dich mir noch heute Abend. Stille meine innere Unruhe durch die Mittel der Gnade und deiner Wahrheit. Möge meine Gesinnung noch vor dem Schlafengehen von deiner Liebe ergriffen werden, wie auch durch das Bewusstsein, dass du meine Schutzwehr bist. Bei dir sein, Herr, danach sehne ich mich!

Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach; und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verlorengehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.
(Johannes 10:27-28)

Quelle: Grace Gems 23.10.2017
Übersetzung: TheologiaDE.blog

Martin Luther: Anfechtungen

Eine Predigt von Martin Luther über geistliche Anfechtungen und das Vertrauen auf das offenbarte Wort Gottes.

Ein kurzer Auszug:

Darum ist dies Beispiel Christi wohl zu bedenken, daß er nicht von sich selbst ist in die Wüste gelaufen, sondern der Heilige Geist hat es ihm geheißen; auf das wir dergleichen auch tun, und nichts aus eigener Andacht vornehmen; sondern in allem, daß wir tun, rühmen und sagen können: Es geschehe im Gehorsam und Befehl des Wortes. Diese Lehre habt ihr oft gehört, daß man besonders danach sehen soll, daß man gewiss sei, Gott habe es befohlen, und außer seinem Wort nichts anfangen.

Wer vor solcher Anfechtung sich bewahren will, der lerne hier von Christus, daß ein Mensch zweierlei Brot habe, das vom Himmel kommt, ist das Wort Gottes. Das andere und geringere ist das zeitliche Brot, daß aus der Erde wächst. Wenn ich nun das erste und beste Himmel-Brot habe, und lasse mich davon nicht bringen, so soll das zeitliche Brot auch nicht fehlen noch außen bleiben: es müßten eher die Steine zu Brot werden. Die anderen aber, die das himmlische Brot fahren lassen, und nehmen sich allein um das zeitliche an: wenn sie den Bauch voll haben, legen sie sich hin und sterben. Sie können das Gut nicht total fressen, sondern müssen es hinter sich lassen und dort ewig Hungers sterben. Es soll aber nicht so sein. Darum ob dich der Teufel anficht durch Verfolgung, Mangel, Hunger und Kummer: leide es und faste mit Christus, weil doch der Geist dich so treibt, und laßt das Vertrauen auf Gottes Gnade nicht fallen. So werden bald die lieben Engel kommen und deine Tischdiener werden; wie der Evangelist hier am Ende von Christus sagt.

Das ist auch eine nötige und nützliche Lehre, daß es heißt Gott versuchen, wo jemand von dem ordentlichen Befehl abtreten, und ohne Gottes Wort etwas Neues und Besonderes anfangen will. Wie Mönche und Nonnen tun, die fahren aus eigener Andacht, nehmen sich ein besonderes Leben vor; sagen danach, Christus hat es befohlen, da er sagt: “ Verlasse alles, und folge mir nach „. Das ist nicht allein Vernunft, sondern auch Schrift. Aber hier siehst du, daß der Teufel auch die Schrift führen kann um damit die Leute zu betrügen. Aber den Mangel hat es, daß er die Schrift nicht ganz führt, sondern nimmt nur so viel, als ihm zu seiner Sache dient; was ihm nicht dient, daß lässt er aus und schweigt still davon.

Da sieht man, wie der Teufel mit dieser Anfechtung so gewaltig ist. Wir aber sollen dem Teufel unter die Augen treten, und ihm sagen, wie Christus sagt: Teufel, heb dich von mir weg, es steht geschrieben: “ Du sollst Gott deinem Herrn, allein dienen „, das ist, allein auf Gottes Wort sehen und demselben folgen, und außerhalb desselben keinen Gottesdienst anrichten. Auf diese drei Anfechtungen müssen wir gewappnet sein, weil wir leben. Sollen darum hier lernen, wie wir uns mit Gottes Wort dagegen schützen, daß wir auf der Mittelstraße gehen; und uns darum nicht den Glauben nehmen lassen, daß wir Stein und nicht Brot haben, wenn uns hungerte, noch im Glauben vermessen werden, oder endlich um Geldes um Guts willen vom rechten Gottesdienst abfallen; sondern zugleich im Glauben und in der Furcht Gottes beständig bleiben. Unser lieber Herr Christus, der diese Anfechtung und zu gut selbst überwunden hat, der gebe uns auch Stärke, daß wir es durch ihn überwinden und selig werden mögen, Amen.

Die ganze Predigt:

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Edward Griffin: Ruhe kehre ein

Schätze der Gnade 48


Kehre zurück, meine Seele, zu deiner Ruhe, denn der Herr hat dir wohlgetan!
(Psalm 116:7)

In Gott zu ruhen heißt, …
Ihn als unseren Teil zu sehen und vollkommen zufrieden damit zu sein,
mit dem Bewusstsein zu leben, dass Gott unser höchstes Gut ist,
und so gesinnt zu sein, als hätten wir alles im Überfluss, da wir Gott haben, auch wenn uns alles genommen wird.

Ein Christ spricht: „Ich lange danach, mich in Gott zu erfreuen und möchte nichts anderes. Gestatte mir von den himmlischen Wahrheiten zu kosten und meine Lippen werden nie mehr klagen, ich wäre arm. Menschen dieser Welt mögen den ganzen Planeten unter sich aufteilen, wie Ameisen einen Haufen Staub – doch ich habe Gott, mehr will ich nicht. Wenn auch Kriege, Seuchen, Armut und selbst der Tod über mich kommt, nichts und niemand kann meinen Teil von mir nehmen.“

Kehrt nicht etwa die Ruhe in unser Herz ein, wenn wir gedenken, dass der Gott der Ewigkeit unser Teil ist? Selbst, wenn uns alles Weltliche genommen wird, besitzen wir noch unser ganzes Gut. Weder die Zeit noch der Tod kann unseren Besitz von uns reißen.

Hierdurch kommen wir zur Ruhe, die inneren Regungen werden gestillt, die furcht vor der Zukunft beschwichtigt. Denn was soll verarmen, verletzen oder stören?

Oh, lass mich ein Teilhaber sein! Ich lasse die Königreiche und dessen Throne dieser Erde fahren!

Wen habe ich im Himmel [außer dir]?
Und neben dir begehre ich nichts auf Erden!
Wenn mir auch Leib und Seele vergehen,
so bleibt doch Gott ewiglich meines Herzens Fels und mein Teil.
(Psalm 73:25-26)

Quelle: Grace Gems 07.04.2017
Übersetzung: TheologiaDE.blog

Werner Küch: Geistliche Depression

Eine Predigt von Werner Küch über Lukas 24, 13-35.
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